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Abgusssammlung

Die Geschichte der Antiken- und Abguss-Sammlung

Die Klassische Archäologie beschäftigt sich mit den materiellen Hinterlassenschaften der klassischen Antike. Ein Schwerpunkt liegt auf der Erforschung von Werken der griechischen und römischen Kunst.
Zum Archäologischen Seminar gehören deshalb zwei Sammlungen. Die Abguss-Sammlung umfasst rund 570 exakte Gips-Abgüsse von antiken griechischen und römischen Skulpturen. Die zweite Sammlung besteht aus mehr als 1500 Originalen der antiken griechischen und römischen Kleinkunst, überwiegend Keramik und Statuetten aus Ton und Bronze.


Seminar im Archaik-Saal

Bei den Beständen kommt als lebendigen Lehrsammlungen ein hoher Stellenwert in der Ausbildung der Studierenden zu. Dort finden regelmäßig Seminare und Übungen statt, u.a. Bestimmungsübungen und Zeichenkurse, Übungen zur Beschreibung antiker Skulpturen und Seminare zur Vorbereitung von Ausstellungen. Die Sammlungen sind auch immer wieder Ausgangspunkt für neue Forschungen. Während die Originalsammlung in der Nachkriegszeit nur wenige Neuzugänge hatte, etwa durch Schenkung, konnten die Bestände der Abguss-Sammlung trotz fehlenden Etats bis heute sukzessiv erweitert werden. Lesen Sie mehr zu unserer Abguss-Sammlung unter folgendem Link:  http://www.uni-marburg.de/aktuelles/unijournal/12/Archaeologie

 

1866     
Im Bewusstsein, dass Marburg reich an Baudenkmälern, aber arm an Skulpturen sei, beschließen Professoren aller Fakultäten der Philipps-Universität, die Eintrittsgelder zu öffentlichen Abendvorträgen in einem Fonds anzulegen und von dessen Erträgen Gips-Abgüsse antiker Skulpturen zu erwerben. Sie wurden in der damaligen Universitäts-Bibliothek aufgestellt.
1874
Abtrennung des »Archäologischen Apparats« (seit 1912/1913 »Archäologisches Seminar« genannt) vom Klassisch-Philologischen Seminar und Vereinigung mit der Abguss-Sammlung. Erster Direktor wird Ludwig v. Sybel,  1877 a.o. Professor der Archäologie, 1890 planmäßiger Ordinarius. Aufgrund seiner weitgespannten Interessen, die weit über die Antike hinausreichen, wird v. Sybel auch der Begründer des Faches »Christliche Archäologie« in Marburg.
1875
Öffentliche Vorstellung der ersten beiden Gips-Abgüsse durch v. Sybel. Sein Vortrag »Das Bild des Zeus« wird 1876 in der N.G. Elwert’schen Verlagsbuchhandlung gedruckt.
seit
1878
Aufbau der Original-Sammlung antiker Kleinkunst durch Ludwig v. Sybel. Die Abguss-Sammlung wird im ehemaligen Komturhaus der Deutschherren neben der Elisabethkirche aufgestellt. 
1894
Der preußische Minister bewilligt nachträglich 3000 Mark als Gründungsfonds der Abguss-Sammlung. 
1903
v. Sybel legt ein gedrucktes Gesamtverzeichnis der Abguss-Sammlung vor. Es listet 182 Stücke auf.  
1912
Paul Jacobsthal tritt die Nachfolge v. Sybels an. Er baut die Original-Sammlung bis 1935 zur heutigen Größe aus. Es geht ihm nicht um ein Museum der antiken Kunst, sondern um eine für den akademischen Unterricht geeignete Lehrsammlung. Sie dient bis heute diesem Zweck. Jacobsthal widmet sich neben der Erforschung der griechischen Vasenmalerei und Ikonographie besonders der antiken Ornamentgeschichte.
1920
Eine prähistorische Abteilung wird dem Archäologischen Seminar angegliedert. Jacobsthal beschäftigt sich intensiv mit der Wirkung der griechischen Formensprache auf das etruskische Mittelitalien und das keltische Mitteleuropa.  
1927
Der erste Lehrstuhl für Vor-und Frühgeschichte in Deutschland wird auf Betreiben Jacobsthals in Marburg eingerichtet. Die archäologische Original-Sammlung wird zwischen den beiden Seminaren aufgeteilt. Zur 400-Jahr-Feier der Universität wird das Ernst-von-Hülsen-Haus für die Monumentenfächer und ihre Sammlungen gebaut. Die für die Abguss-Sammlung vorgesehenen Räume werden speziell ausgestattet: Stein-Fußböden, hochsitzende Fenster für den Lichteinfall von schräg oben, teilweise höhere Decken. Anlässlich des Universitäts-Jubiläums Ankauf von über 40 Abgüssen von archaischen und klassischen Skulpturen.  
1935
Paul Jacobsthal wird wegen seiner jüdischen Herkunft zwangspensioniert und emigriert nach Oxford. Das Inventarbuch der Abguss-Sammlung verzeichnet zu diesem Zeitpunkt rund 450 Stücke.  
seit
1991
finden im Wintersemester regelmäßig jeden zweiten Sonntag Publikumsvorträge zu wechselnden Themen in der Abguss-Sammlung statt. Das aktuelle Programm liegt auf dem Ständer am Eingang aus.  
1992
Auf Befehl des damaligen Universitätspräsidenten muss ein großer Ausstellungsraum an das Kunstgeschichtliche Institut abgetreten werden. Darum stehen von den ursprünglichen fünf Räumen der Sammlung heute nur noch vier zur Verfügung, obwohl der Bestand seit 1927 erheblich angewachsen ist.  
2002
Sonderausstellung: »Die Welt des Dionysos«.  
2005
Sonderausstellung: »Kleidung im archaischen und klassischen Griechenland«.  
2008
Sonderausstellung: »Athena. Facetten einer Göttin des antiken Griechenlands«  
2009
Der griechische Komödiendichter MenanderAnlässlich der 475-Jahr-Feier der Universität 2002 bewilligt der Universitätsbund die Geldmittel für den Ankauf des Abgusses der von Klaus Fittschen rekonstruierten überlebensgroßen Sitzstatue des Menander, die im Januar 2009 aufgestellt werden konnte.

Bitte beachten Sie: Die Abguss-Sammlung ist ab dem 15.11.2011

bis auf Weiteres wegen Umbauarbeiten am Kunstmuseum

Dienstags von 12-14 Uhr für das Publikum geöffnet. 

Bitte betreten Sie die Abguss-Sammlung über den Eingang Gartenseite.


Kontakt:
Archäologisches Seminar
Biegenstr. 11
D-35032 Marburg
Tel.: 06421-28-22341
e-mail: Arch.Seminar@staff.uni-marburg.de





Zuletzt aktualisiert: 01.11.2011 · Katrin Kretschmer

 
 
 
Fb. 06 - Geschichte und Kulturwissenschaften

Klassische Archäologie, Biegenstraße 11, D-35032 Marburg
Tel. 06421/28-22341, Fax 06421/28-28977, E-Mail: Arch.Seminar@staff.uni-marburg.de

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