
Die Abguss-Sammlung des Archäologischen
Seminars
Die Klassische Archäologie beschäftigt sich mit den materiellen
Hinterlassenschaften der klassischen Antike. Ein Schwerpunkt liegt auf
der Erforschung von Werken der griechischen und römischen Kunst.
Zum Archäologischen Seminar gehören deshalb zwei Sammlungen. Die
Abguss-Sammlung umfasst rund 570 exakte Gips-Abgüsse von antiken
griechischen und römischen Skulpturen. Die Antikensammlung
besteht aus mehr als 2000 Originalen der antiken griechischen und
römischen Kleinkunst.

Die Abguss-Sammlung spielt als lebendige
Lehrsammlung eine wichtige Rolle in der Ausbildung der Studierenden.
Dort finden regelmäßig Lehrveranstaltungen statt, u.a. Übungen zur
Beschreibung antiker Skulpturen und Seminare zur Vorbereitung von
Ausstellungen. Während die Antikensammlung in der Nachkriegszeit nur
wenige Neuzugänge hatte, etwa durch Schenkung, konnten die Bestände der
Abguss-Sammlung trotz fehlendem Etats bis heute sukzessiv erweitert
werden. Lesen Sie mehr zu unserer Abguss-Sammlung unter folgenden
Links: Marburger UniJournal und
Frankfurter Rundschau Online.
|
1874
|
|
|
Abtrennung des »Archäologischen Apparats« (seit 1912/1913
»Archäologisches Seminar« genannt) vom Klassisch-Philologischen Seminar
und Vereinigung mit der Abguss-Sammlung. Erster Direktor wird Ludwig v.
Sybel, 1877 a.o. Professor der Archäologie, 1890 planmäßiger
Ordinarius. Aufgrund seiner weitgespannten Interessen, die weit über
die Antike hinausreichen, wird v. Sybel auch der Begründer des Faches
»Christliche Archäologie« in Marburg.
|
|
1875
|
|
|
Öffentliche Vorstellung der ersten beiden Gips-Abgüsse durch v.
Sybel. Sein Vortrag »Das Bild des Zeus« wird 1876 in der N.G.
Elwert’schen Verlagsbuchhandlung gedruckt.
|
|
seit
1878
|
|
|
Die Abguss-Sammlung wird im ehemaligen Komturhaus der Deutschherren
neben der Elisabethkirche aufgestellt.
|
|
1894
|
|
|
Der preußische Minister bewilligt nachträglich 3000 Mark als
Gründungsfonds der Abguss-Sammlung.
|
|
1903
|
|
|
v. Sybel legt ein gedrucktes Gesamtverzeichnis der Abguss-Sammlung
vor. Es listet 182 Stücke auf.
|
|
1912
|
|
|
Paul Jacobsthal tritt die Nachfolge v. Sybels an.
|
|
1920
|
|
|
Eine prähistorische Abteilung wird dem Archäologischen Seminar
angegliedert. Jacobsthal beschäftigt sich intensiv mit der Wirkung der
griechischen Formensprache auf das etruskische Mittelitalien und das
keltische Mitteleuropa.
|
|
1927
|
|
|
Der erste Lehrstuhl für Vor-und Frühgeschichte in Deutschland wird
auf Betreiben Jacobsthals in Marburg eingerichtet. Zur 400-Jahr-Feier
der Universität wird das Ernst-von-Hülsen-Haus für die Monumentenfächer
und ihre Sammlungen gebaut. Die für die Abguss-Sammlung vorgesehenen
Räume werden speziell ausgestattet: Stein-Fußböden, hochsitzende
Fenster für den Lichteinfall von schräg oben, teilweise höhere Decken.
Anlässlich des Universitäts-Jubiläums Ankauf von über 40 Abgüssen von
archaischen und klassischen Skulpturen.
|
|
1935
|
|
|
Paul Jacobsthal wird wegen seiner jüdischen Herkunft
zwangspensioniert und emigriert nach Oxford. Das Inventarbuch der
Abguss-Sammlung verzeichnet zu diesem Zeitpunkt rund 450 Stücke.
|
|
seit
1991
|
|
|
finden im Wintersemester regelmäßig jeden zweiten Sonntag Publikumsvorträge zu wechselnden Themen in
der Abguss-Sammlung statt. Das aktuelle Programm liegt auf dem Ständer
am Eingang aus.
|
|
1992
|
|
|
Auf Anordnung des damaligen Universitätspräsidenten muss ein großer
Ausstellungsraum an das Kunstgeschichtliche Institut abgetreten werden.
Darum stehen von den ursprünglichen fünf Räumen der Sammlung heute nur
noch vier zur Verfügung, obwohl der Bestand seit 1927 erheblich
angewachsen ist.
|
|
2002
|
|
|
Sonderausstellung: »Die Welt des Dionysos«.
|
|
2005
|
|
|
Sonderausstellung: »Kleidung im archaischen und klassischen
Griechenland«.
|
|
2008
|
|
|
Sonderausstellung: »Athena. Facetten einer Göttin des antiken
Griechenlands«
|
|
2009
|
|
|
Anlässlich der
475-Jahr-Feier der Universität 2002 bewilligt der Universitätsbund die
Geldmittel für den Ankauf des Abgusses der von Klaus Fittschen
rekonstruierten überlebensgroßen Sitzstatue des Menander, die im Januar
2009 aufgestellt werden konnte.
|
|
|
Bitte beachten Sie: Die
Abguss-Sammlung ist ab dem 15.11.2011
bis auf Weiteres wegen Umbauarbeiten am Kunstmuseum
geschlossen.
Nach Wunsch und
Möglichkeit können Termine für Führungen vereinbart
werden.
Kontakt:
Dr. Zoi Kotitsa
Archäologisches Seminar
Biegenstr. 11
D-35032 Marburg
Tel.: 06421-28-24478
E-Mail: kotitsa@staff.uni-marburg.de