Willkommen auf den Seiten der Abteilung für die Geschichte der Frühen Neuzeit!
Spezielle Lehrstühle für die Geschichte der Frühen Neuzeit setzten sich in der Bundesrepublik Deutschland seit den sechziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts durch. Auch in Marburg wurde mit der Berufung von Gerhard Oestreich (geb. 1910) im Jahr 1966 erstmals ein solcher Lehrstuhl geschaffen. Der Vorgänger Oestreichs, Fritz Wagner (geb. 1908), lehrte noch allgemein Neuere Geschichte. Freilich beschäftigte sich bereits Wagner intensiv mit der Geschichte der Frühen Neuzeit. Gerhard Oestreich forschte insbesondere zu Fragen der frühneuzeitlichen Staatsbildungsprozesse und gesellschaftlichen Entwicklungen. Bis heute viel diskutiert ist sein Konzept der „Sozialdisziplinierung“, das er erarbeitete, um den seit dem 16. Jahrhundert verstärkten Zugriff des Staates auf Lebens-, Wirtschafts- und Verhaltensweisen der Untertanen, wie er insbesondere in den „Policey“-Ordnungen zum Ausdruck kommt, zu beschreiben.
Seit 1972 existiert zudem eine zweite Professur mit frühneuzeitlicher Ausrichtung, die im selben Jahr mit Thomas Klein besetzt wurde (geb. 1933), der neben landesgeschichtlichen Themen insbesondere mit Arbeiten zur Hexenforschung hervortrat. Auf den Lehrstuhl Oestreichs wurde 1980 Klaus Malettke berufen, der sich ganz besonders der Geschichte Frankreichs und den deutsch-französischen Beziehungen in der Frühen Neuzeit widmete. Malettke bemühte sich zudem um die Kooperation der Marburger Frühneuzeitforschung mit französischen Kollegen. Die von ihm etablierten Kontakte, etwa mit der Sorbonne (Paris) und der Université de Versaille-St. Quentin-en-Yveline bestehen bis heute fort.
Als Nachfolger von Klaus Malettke wurde
2003 Professor Christoph Kampmann auf den Lehrstuhl für Geschichte der
Frühen Neuzeit berufen, die Nachfolge von Thomas Klein übernahm 1998
Professor Wilhelm-Ernst Winterhager. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
auf Landes- und Drittmittelstellen runden das Lehr- und
Forschungsangebot der Abteilung ab. Von ihnen sind Prof. Dr. Holger
Thomas Gräf, Dr. Jürgen Nemitz, Dr. Ulrich Niggemann, Boris Queckbörner
M.A. und Dr. des. Kerstin Weiand ständig in die akademische
Lehre der Frühneuzeitabteilung eingebunden.
Die Graphik, die Sie oben auf der Seite sehen und
die Sie über die Homepage der Frühen Neuzeit begleiten wird, entstammt
Andrea
Alciatos 1531 publiziertem Emblemata-Buch. Das Motto ex bello
pax - aus Krieg Frieden - ist symptomatisch für die Frühe
Neuzeit, in der ständiger Krieg und Friedensbemühungen in wechselhafter
Beziehung standen. Es verweist zugleich auf zentrale Themenbereiche der
Marburger Frühneuzeitforschung, die Sie auf den weiteren Seiten
vorgestellt finden.

