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"So that our Children may enjoy a lasting peace": Praktiken der Absicherung von Friedensverträgen zwischen Europäern und Indigenen im kolonialen Nordamerika, ca.1605 – 1774
Im Forschungsvorhaben „So that our Children may enjoy a lasting peace“ werden systematisch Friedensschlüsse und Verträge zwischen europäischen Kolonialmächten und indigenen Gemeinschaften in Nordamerika im 17. und 18. Jahrhundert untersucht. Im Fokus stehen Strategien der Vertragssicherung, also Maßnahmen, die die Dauerhaftigkeit von Abkommen gewährleisten und zukünftige Vertragsbrüche verhindern sollten. Wie versuchten die beteiligten Akteure sicherzustellen, dass Friedensschlüsse nicht nur auf dem Papier existierten, sondern tatsächlich umgesetzt und möglichst langfristig eingehalten wurden? Dieses Thema ist bis heute bei Friedensschlüssen sehr aktuell.
Mit diesem Ansatz betritt das Projekt Neuland: Frühneuzeitliche Praktiken der Vertrags- und Friedenssicherung sind zwar für das christliche Europa untersucht worden, allerdings nicht für koloniale Kontexte. Dort stellte sich jedoch wegen des Fehlens von verbindenden Elementen wie einer gemeinsamen Religion oder politischen Kultur die Frage der Dauerhaftigkeit von Abkommen in besonderem Maß. Dabei werden gezielt indigene Perspektiven auf die Frage der Vertragssicherung einbezogen. Die untersuchten Verträge erscheinen somit nicht als reine Instrumente der europäischen Machtausweitung, sondern als Ergebnis komplexer Aushandlungsprozesse, in denen beide Seiten ihre Werte, Vorstellungen und Traditionen einbrachten und diese oft auf innovative Weise zu neuen diplomatischen Praktiken verknüpften.
Das Projekt ergänzt bestehende Forschungsschwerpunkte der Marburger Geschichtswissenschaften in der Sicherheits-, Völkerrechts- und vergleichenden Imperiengeschichte und leistet einen Beitrag zur Stärkung des Campusschwerpunkts „Kultur und Konflikt“ des Forschungscampus Mittelhessen. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) fördert das Projekt „,So that our Children may enjoy a lasting peace‘: Praktiken der Absicherung von Friedensverträgen zwischen Europäern und Indigenen im kolonialen Nordamerika, ca.1605 – 1774“ mit 200.000 Euro für eine Laufzeit von drei Jahren.