Edition
Die Briefe an Georg Ernst von Gilsa sind ein einzigartiges Quellenmaterial. Sie gewähren individuelle Einblicke, die es erlauben werden, das in der offiziösen Korrespondenz und den Tagebüchern gelieferte Bild vom Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg, von der amerikanischen Politik und Gesellschaft und nicht zuletzt von den Militärs selbst zu präzisieren. Durch eine wissenschaftliche Edition soll dieser Quellenfund nun der Forschung zugänglich gemacht und für die Zukunft gesichert werden.
Eine solche Edition ist für verschiedene Bereiche der Frühneuzeitforschung von großem Nutzen. Sie kann nicht nur neue Erkenntnisse über die Beteiligung hessischer Truppen am Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg hervorbringen, sondern ist etwa auch für die seit einigen Jahren anhaltende wissenschaftliche Beschäftigung mit Selbstzeugnissen relevant. Außerdem berührt der Fund das Diskussionsfeld um die „neue Militärgeschichte“, die sich mit dem Militär als Sozialsystem und mit dessen Wechselbeziehungen mit Staat, Wirtschaft und Gesellschaft auseinander setzt. Nicht zuletzt sind die „Gilsa-Briefe“ zudem für das junge Forschungsfeld der neuzeitlichen Kriegserfahrungen von Bedeutung.
Seit dem 1. April 2008 wird das Projekt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Die Edition der Briefe und des Tagebuchs soll im Frühjahr 2010 gedruckt vorliegen.

