06.05.2010
Dirk Strohmenger erhält Promotionsstipendium der Philipps-Universität
Für die Arbeit an seinem Dissertationsprojekt "Volksgemeinschaft und Frontkämpferideologie. Die Verleihung des 'Ehrenkreuzes des Weltkrieges' im 'Dritten Reich'" erhält Dirk Strohmenger, Doktorand am Seminar für Neuere Geschichte (19./20. Jh.), ein Promotionsstipendium der Philipps-Universität.
Das von Prof. Dr. Eckart Conze betreute Vorhaben beschäftigt sich mit der Stiftung, der Verleihungspraxis und der Verbreitung des mit 10 Millionen Verleihungen meistvergebenen Ehrenzeichens im "Dritten Reich" und leistet Pionierarbeit für eine "Ordensgeschichte" des Nationalsozialismus, der sich die historische Forschung bislang kaum zugewandt hat. Das symbolische Kapitel eines Ordens ermöglicht die Wert- und Ordnungsvorstellungen, die dieser begründen und fördern soll. Mit den gewählten Leitbegriffen "Volksgemeinschaft" und "Frontkämpferideologie" lassen sich Inklusions- und Exklusionsmechanismen in der "Zustimmungsdiktatur" studieren. Ein Schwerpunkt der regionalgeschichtlich angelegten Untersuchung liegt auf der Ordensverleihung an politische Gegner des Nationalsozialismus, an deutsche Juden und an Frauen. Insgesamt will das Projekt einen Beitrag leisten zur Auseinandersetzung mit der Funktion symbolischer Weltkriegserinnerung für die Herrschaftspraxis des NS-Regimes.
Bild: Dirk Strohmenger
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Professor Dr. E. Conze
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