18.02.2026 Neue Publikation in Applied Economics: Geographie, Institutionen und Entrepreneurship
Eine neue Studie von Mohammad Reza Farzanegan (Philipps-Universität Marburg, CNMS) ist gemeinsam mit Rajeev K. Goel und James William Saunoris in der Fachzeitschrift Applied Economics erschienen.
Auf Basis eines Paneldatensatzes von 62 Ländern im Zeitraum 2006–2021 untersucht die Studie, wie maritime Geographie unternehmerische Aktivität beeinflusst. Die Ergebnisse zeigen, dass eine höhere Anzahl von Inseln innerhalb eines Landes die Gründungsdynamik signifikant verringert. Geographische Fragmentierung erhöht Transport- und Koordinationskosten und erschwert die Nutzung von Skaleneffekten.
Gleichzeitig identifiziert die Studie einen indirekten Wirkungsmechanismus. Länder mit vielen Inseln weisen im Durchschnitt eine höhere institutionelle Qualität auf. Eine Mediationsanalyse zeigt, dass bessere Regierungsführung und größere wirtschaftliche Freiheit die negativen direkten Effekte geographischer Fragmentierung teilweise kompensieren.
Die Ergebnisse verdeutlichen die doppelte Rolle der Geographie. Fragmentierte Staatsgebiete stellen zwar strukturelle Herausforderungen für Unternehmertum dar, institutionelle Anpassungen können diese jedoch abmildern. Wirtschaftspolitische Strategien zur Förderung von Gründungen sollten daher geographische Rahmenbedingungen stärker berücksichtigen.
Zum Weiterlesen siehe https://www.tandfonline.com/doi/full/10.1080/00036846.2026.2631768
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Prof. M.R. Farzanegan