06.08.2026 Neue Publikation zu Sanktionen, Korruption und innerstaatlichen Konflikten
Ein neuer Beitrag von Mohammad Reza Farzanegan und Mohamad Alkurdi Albarawi ist im European Journal of Political Economy erschienen.
Die Studie mit dem Titel „Destabilizing the corrupt: Economic sanctions and their conflict-inducing consequences“ untersucht, ob die innerstaatlichen Folgen wirtschaftlicher Sanktionen von den institutionellen Bedingungen im Zielland abhängen. Auf Grundlage von Paneldaten für 122 Länder im Zeitraum von 1996 bis 2020 analysieren die Autoren, wie Korruption den Zusammenhang zwischen verschiedenen Sanktionsarten und gewaltsamen innerstaatlichen Konflikten beeinflusst.
Die Ergebnisse zeigen, dass Handelssanktionen in Ländern mit einem höheren vorherigen Niveau politischer Korruption mit mehr konfliktbedingten Todesfällen verbunden sind. In Ländern mit niedrigerer Korruption sind Handelssanktionen dagegen mit weniger Konflikttoten verbunden. Dieses Muster könnte auf eine höhere institutionelle Widerstandsfähigkeit und einen vorübergehenden Rally-around-the-Flag-Effekt hindeuten.
Die Ergebnisse verdeutlichen, dass Sanktionen nicht unabhängig von den Institutionen des Ziellandes wirken. Korruption beeinflusst, wer die wirtschaftlichen Kosten der Sanktionen trägt, wer Zugang zu knappen Ressourcen erhält und ob der Staat besonders betroffene Gruppen schützen kann. Die Studie unterstreicht daher, dass die Qualität der Regierungsführung bei der Ausgestaltung von Sanktionen berücksichtigt werden sollte. Zugleich können Korruptionsbekämpfung und stärkere Institutionen die Widerstandsfähigkeit sanktionierter Länder erhöhen.
Der Beitrag ist frei zugänglich:
Farzanegan, M. R., & Alkurdi Albarawi, M. (2026). „Destabilizing the corrupt: Economic sanctions and their conflict-inducing consequences.“ European Journal of Political Economy, 95, 102885.
Kontakt
Prof. M.R. Farzanegan