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Motiv 7

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In Zeiten, in denen Konsum beinahe unausweichlich geworden ist, in denen wenige Global Player die Märkte beherrschen und ‚Geiz‘ vermeintlich ‚geil‘ ist, sehnen sich nicht Wenige zurück in alte Zeiten, in denen jedes Gebrauchsgut noch ein handgefertigtes Unikat war, hochwertig produziert und direkt vom Erzeuger vertrieben.

Dass diese Auffassung auch Teil einer nostalgischen Utopie ist, zeigt dieser Ausriss eines Warenhauskatalogs von 1912: das Zeitalter der industriellen Fertigung und des bequemen Heimversands ist längst im Gange, massenhaft treten dem Konsumenten angeblich authentische und individuelle Erzeugnisse einer sogenannten ‚Volkskunst‘ entgegen.

Dem „Früher-war-alles-besser-Reflex“ durch einen genauen Blick auf Geschichte entgegenzutreten, auch das ist Anliegen einer kritischen Kulturwissenschaft.

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    Hans Peter Hahn, Konsum und die Ethnographie des Alltags: Eine fragwürdige Ästhetik der Dinge, in: Birgit Richard/Alexander Ruhl (Hgg.), Konsumguerilla: Widerstand gegen Massenkultur? Frankfurt a. M./New York 2008, S. 21–31.

    Gottfried Korff (Hgg.), Volkskunst heute? Vogelscheuchen, Hobby-Künstler, Vorgarten-Kunst, Fronleichnamsteppiche, Krippen, Graffiti, Motorradtanks, Autobemalungen, Tätowierungen, Punk-Ästhetik. Begleitband zu einer Ausstellung im Haspelturm des Tübinger Schlosses 16. Mai bis 29. Juni 1986, Tübingen 1986.

    Reinhard Peesch, Volkskunst: Umwelt im Spiegel populärer Bildnerei des 19. Jahrhunderts, Berlin 1978.