02.06.2026 Friedlos. Kriegsgewalt und Friedenssuche vom Dreißigjährigen Krieg bis in die Gegenwart
Neues Buch von Eckart Conze erschienen
Friedlos. Das Wort beschreibt die Gegenwart. So beginnt das neue Buch des Marburger Neuzeithistorikers Eckart Conze. Aus der Gegenwart, geprägt von Kriegen und Konflikten, richtet es seinen Blick zurück in die Geschichte und untersucht den Zusammenhang von Kriegsgewalt und Friedenssuche seit dem 17. Jahrhundert. Es ist ein Buch, das durch historische Analyse zum besseren Verständnis der Gegenwart beitragen möchte. Wie beginnen Kriege? Wie kann man sie beenden? Auf welche Weise lassen sich Friedensschlüsse und Friedensordnungen stabilisieren? Was führt zur Erosion friedlicher Ordnungen? Wie prägen Kriegserfahrungen Vorstellungen von Frieden? Die - historischen - Antworten auf diese Fragen sind von hoher Aktualität.
Das Buch beschäftigt sich mit den großen europäischen Friedensschlüssen seit dem Dreißigjährigen Krieg und stellt diese in eine internationale und globale Perspektive. Es geht um den Westfälischen Frieden, den Wiener Kongress, die Pariser Friedenskonferenz nach dem Ersten Weltkrieg, die Potsdamer Konferenz 1945 und die Suche nach einer neuen Weltordnung am Ende des Kalten Krieges. Handlungsanweisungen für die Politik der Gegenwart hält es nicht bereit, aber es gibt gegenwärtigen Diskussionen historische Tiefenschärfe. Krieg und Diplomatie werden nicht einander gegenübergestellt, sondern in ihrer Wechselbeziehung betrachtet. Nüchtern und illusionslos beschreibt das Buch den immer wieder neuen Absturz in Krieg und Gewalt, aber die Idee und die Möglichkeit des Friedens bilden seinen Fluchtpunkt. Mit Blick auf die Gegenwart argumentiert Conze nicht für eine Überwindung der gerade in Deutschland nach 1945 entstandenen Friedenskultur, sondern um deren Verknüpfung mit der Verteidigungsfähigkeit einer Demokratie angesichts wachsender Bedrohung.
Das Buch hat seit seinem Erscheinen ein breites mediales Echo gefunden. Einige Stimmen finden sich auf der Homepage von Eckart Conze.
Am 16. Juni 2026 stellt Professor Conze sein Buch im Marburger Rathaussaal vor (19 Uhr).
Kontakt
Prof. Dr. E. Conze
Mail: ng2@uni-marburg.de