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Bürger oder Bittsteller: Glaubenstreue Juden und ihre Ernährung im Ersten Weltkrieg

Unter diesem Titel widmet sich der Historiker Prof. Dr. Niklot Klüßendorf in einem Vortrag in der Landsynagoge Roth einem bisher nicht beackerten Feld in der Geschichte des Ersten Weltkriegs und im Umgang der Mehrheit mit der jüdischen Minderheit.

Veranstaltungsdaten

25. Mai 2023 20:00

Synagoge in Roth

Im Ersten Weltkrieg (1914-1918) hatte auch die Zivilbevölkerung schwer zu leiden. Denn das Reich war durch die Blockade der Seewege vom Lebensmittelimport abgeschnitten. Es folgten Engpässe in der Volksernährung bis zum Hunger. Sparzwänge und Rationierung wurden notwendig. 1915 wurden Brotkarten eingeführt, bald gefolgt von Bezugsscheinen für Fett und Fleisch. Deutsche Juden hatten es schwer, koschere Zutaten für ihre Ernährung zu erlangen wie feines Mehl für die Mazzen zum Pessachfest. Da Schweineschmalz völlig untragbar war, kam es besonders auf koschere Speisefette an. Synagogengemeinden und jüdische Verbände suchten bei den Behörden tragbare Lösungen zu erwirken. Die Ämter reagierten dabei unterschiedlich und auch in der Öffentlichkeit traf dieses Bedürfnis auf unterschiedliches Verständnis.

Referierende

Prof. Dr. Niklot Klüßendorf

Veranstalter

Marburger Geschichtsverein

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