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C4 - Polysemie und Metaphorik als Herausforderung für mentale Repräsentationen

Semantische Ansätze von Repräsentationen beziehen sich auf die Inhaltsseite sprachlicher Zeichen und nehmen die Dynamik ihrer mentalen Repräsentation vor dem Hintergrund ihres Gebrauchs in situierten kommunikativen Kontexten in den Blick. Sprachliche Ausdrücke werden dabei als Zugriffspunkte zu semantischen Repräsentationen betrachtet. Am Beispiel von Positionsverben (sitzen, stehen, liegen etc.) kann somit einerseits untersucht werden, wie semantischer Wandel, i.e. Metonymisierung und Metaphorisierung, als Wandel von mentalen Repräsentationen zu begreifen ist, und andererseits, inwiefern die sprachlichen Äußerungen mit Positionsverben als Konstruktionen modellierbar sind.

Dissertationsprojekte in C4 richten sich an Studierende mit Interessen an Variationslinguistik, historischer Linguistik, Konstruktionsgrammatik, Kognitiver Semantik, Metapherntheorie, Korpuslinguistik, Korpus­­prag­matik und Spracherwerb (Metaphern). Die Projekte ermöglichen die Verbindung von Variationslinguistik und Kognitionslinguistik gerade im Hinblick auch auf die konstruktionsgrammatische, metapherntheoretische und repräsentationssemantische Theoriebildung auf der Basis von Korpusdaten.

Mögliche Themenfelder sind:

  • Repräsentationen im Wandel: diachrone Untersuchung der Positionsverben im Hinblick auf ihre Rolle für die Etablierung textsorten- bzw. gattungsspezifischer Bedeutungen
  • Kognitiv-semantische Analyse der Faktoren, die Positionsverben für ihre grammatischen Besonderheiten qualifizieren
  • Untersuchung des Erwerbs von Konstruktionen von Positionsverben mit metaphorischer Bedeutung