10.12.2019 Glossing from a comparative Perspective

Bericht über die internationale Tagung der Keltologie

Ausschnitt aus Tagungsplakat: International Conference - 6-7 Juni 2019, Marburg - Germany, Glossing from a comparative Perspective

Vom 06.06.2019 bis zum 07.06.2019 richtete Professor Alderik H. Blom in Marburg eine von der Philipps-Universität großzügig finanzierte Tagung aus, die sich mit der Definition und Verwendung von Glossen befasste. Referenten verschiedenster Universitäten und anderer Forschungseinrichtungen hielten Vorträge zu Beispielen von Glossen ihrer Fachgebiete.

Prof. Blom eröffnet die Konferenz, daneben Bernhard Bauer und Erich Poppe
Foto: Julia Vogelsang

Am Donnerstagmorgen startete die Tagung mit einer Kaffeerunde und einer offiziellen Begrüßung Herrn Bloms an alle Teilnehmenden. Daraufhin begann gegen zehn Uhr der erste Tagungsblock, welcher von Erich Poppe moderiert wurde. Bernhard Bauer von der NUI Maynooth und Olivier Szerwiniak von der Université de Picardie in Amiens hielten die ersten beiden Vorträge des Tages, über die „keltischen“ Orosius Glossen.
Ein Vortragsblock dauerte sechzig bis neunzig Minuten und umfasste zwei bis drei Vorträge, die von kurzen Frage- und Diskussionsrunden gefolgt waren.
Nach einer halben Stunde Kaffeepause folgte der zweite Block, der dieses Mal von Alderik Blom persönlich moderiert wurde. David Cram von der Universität Oxford machte hierbei den Anfang mit einem Vortag zu Primärtext, Paratext und Punktuation. Den zweiten Vortrag hielt Matthew Zisk, welcher von der japanischen Yamagata University kam und über sein Vorhaben, eine online Enzyklopädie zu den Terminologien von Glossen zu erarbeiten, berichtete. Mit dem zweiten französischen Vortrag des Tages, von Franck Cinato von dem Centre national de la recherche scientifique (CNRS) aus Paris, endete der zweite Tagungsblock in die Mittagspause.
Matthew Zisk leitete den dritten Block, in dem zuerst Ross King von der University of British Columbia in Vancouver seinen Vortrag über Vergleiche der verschiedenen Lesetechniken von Glossen hielt. Der nächste Vortrag kam von Sven Osterkamp von der Ruhr-Univerität in Bochum. Er sprach über Übersetzungsglossen des Japanischen und deren typologische und terminologische Probleme. Anja Busse von der LMU München schloss diesen Tagungsblock mit ihrem Vortrag zu Glossenkeilmarkierungen in hethitischen Keilschrifttexten ab.

 Vor dem vierten und damit letzten Vortragsblock des ersten Tages, gab es eine weitere Kaffeepause. Stefan Weninger, der selbst als Professor der Semitistik an der Philipps-Universität Marburg tätig ist, führte durch die letzten zwei Vorträge des Tages. Zunächst sprach Stefanie Brinkmann von der Sächsischen Akademie der Wissenschaften in Leipzig über marginale Kommentare in arabischen Hadith Manuskripten und den letzten Vortrag des Tages hielt Elvira Martín-Contreras von dem Instituto de Lenguas y Culturas del Mediterráneo y del Oriente Antiguo (ILC). Sie befasste sich mit den Anmerkungen in hebräischen Bibel Kodices.
Die Teilnehmer der Tagung ließen den Tag mit einem gemeinsamen Essen in der Marburger Innenstadt ausklingen.
Der Tag war geprägt von guter Stimmung und einem regen Interesse aller Teilnehmer an den verschiedenen Glossen. Es gab ein abwechslungsreiches Aufgebot an Informationen und Vorträge in verschiedenen Sprachen sorgten für Abwechslung und Vielfalt.

Blick durch das Foyer auf Tagungsteilnehmer bei der Kaffeepause
Foto: Julia Vogelsang

Der Freitag startete mit einem Block aus drei Vorträgen, geleitet von Mariken Teeuwen von dem Huygens-Instituut in Amsterdam. Jesse Keskiaho von der Universität Helsinki machte den Anfang für die Vortragsreihe und sprach über persönliche Anmerkungen in frühmittelalterlichen Kopien der Werke Augustins. Marcela Borelli, die von der Universidad de Buenos Aires kam, hielt den zweiten Vortrag über die Aufzeichnungen Petrarcas zu den Schriften Augustins. Dorota Masłej und Tomasz Mika hielten zum ersten Mal bei einer Tagung, die in der Vergangenheit in einer solchen Konstellation schon einige Male stattgefunden hatte, einen gemeinsamen Vortrag über mittelalterliche polnische Glossen. Beide kamen von der UAM Poznań.
Danach gab es wieder einmal eine Kaffeepause, in der wie immer angeregt über das Gehörte diskutiert wurde. Die Stimmung war auch am zweiten Tag noch genauso gut wie am Ersten.
Der sechste Tagungsblock, moderiert von Jürgen Wolf, begann mit einem Vortrag zu althochdeutschen Griffelglossen aus mittelalterlichen Schriften von Andreas Nievergelt von der Universität Zürich. Er, sowie die darauffolgende Referentin Elke Krotz, die von der Universität Wien anreiste und sich mit dem Kürzel .t. in volkssprachigen Glossen befasste, hielten ihre Vorträge auf Deutsch.
Der dritte Vortrag des Blocks wurde von Annina Seiler, auch von der Universität Zürich, auf Englisch gehalten und handelte von glossierten Glossen.

Referenten an einer Tischreihe mit Unterlagen bei der Diskussion nach einem Vortrag
Foto: Julia Vogelsang

Meist waren die Themen der Vorträge sehr umfangreich und die vorgegebene Vortrags- und Diskussionszeit wurde einige Male überzogen, weshalb sich die Mittagspause um eine halbe Stunde verschob und auch später als geplant mit dem vorletzten Tagungsblock begonnen wurde.
Dieser siebte Block wurde von Pádraic Moran von der NUI Galway geleitet und begann mit einem Vortag über mittelalterliche polnische Manuskripte von Augustinern und deren Arbeit mit Glossen, gehalten von Dorota Masłej, die auch schon am Vortag gesprochen hatte.
Danach sprachen Mariken Teeuwen und Irene van Renswoude, beide vom Huygens Instituut in Amsterdam, über Annotationen in Büchern über Dialektik und Rhetorik.
Nach einer weiteren Pause folgten die letzten beiden Vorträge der Tagung. Zuerst sprach Paulina Zagórska, die von der UAM Poznań in Polen kam. Ihr Vortrag handelte von Korrekturen altenglischer Glossen aus dem zwölften Jahrhundert.
Den letzten Vortrag hielt Pádraic Moran über lateinische Glossen zur Übersetzung von griechischen Bibeltexten im neunten Jahrhundert.

 Alderik Blom schloss die Tagung mit einigen Danksagungen an alle Teilnehmenden und das Team, das unter der Leitung von Nicole Föbinger die Tagung organisiert und alle mit Kaffee und Keksen versorgt hatte, ab und rief gleichzeitig zu einer Enddiskussion auf.

Referentin und Tagungsleiter vor der Leinwand, auf der
Foto: Julia Vogelsang

Es wurden einige positive Eindrücke und Lob über die Tagung geäußert, sowie einige Verbesserungsvorschläge für folgende Tagungen. Pläne für die nächste Tagung und für eine schriftliche Zusammenführung der neugewonnenen Erkenntnisse wurden ebenfalls besprochen.

Der Bericht wurde geschrieben von der Studentin Sofie Stamm, 3. Semester B.A. HSLK, Schwerpunkt Keltologie

Weitere Eindrücke der Tagung vermitteln Ihnen das Plakat und das Programm sowie Bilder der Tagung.