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  • Foto: Virologie Marburg

Institut für Virologie

Das Institut für Virologie der Universität Marburg befasst sich mit der Erforschung von Virusinfektionen, die wesentlich durch den Erregerwechsel zwischen Tier und Menschen geprägt sind. Hierzu gehören die Influenzaviren des Menschen und der Tiere. Dabei stellen insbesondere die Influenzaviren der Vögel (Vogelgrippeviren) eine erhebliche Bedrohung dar, da von ihnen weltweite Pandemien beim Menschen ausgehen können. Die Marburger Virologen befassen sich darüber hinaus mit einer ganzen Reihe anderer zoonotischer Erreger, bei denen es sich in der Regel um neue Viren (emerging viruses) handelt. Diese Arbeiten, die in der Entdeckung des Marburgvirus bereits vor längerer Zeit einen ersten Höhepunkt fanden, wurden später durch Untersuchungen an Ebola- und Lassaviren erweitert und so systematisch zu einem Schwerpunkt auf dem Gebiet der hämorrhagischen Fieber und anderer gefährlicher Virusinfektionen ausgebaut. So war das Institut für Virologie als Mitglied einer WHO-Taskforce auch maßgeblich an der Identifizierung des SARS-Erregers beteiligt. Dem Institut für Virologie angeschlossen ist die Arbeitsgruppe Parasitologie, die sich mit Forschungsarbeiten an Plasmodien, Trypanosomen und Toxoplasma befasst.

Das Institut verfügt zur Durchführung der Arbeiten an gefährlichen Viren über eines der beiden einzigen Hochsicherheitslaboratorien der Klasse 4 in der Bundesrepublik. Damit besteht in Marburg ein universitäres Kompetenzzentrum, das national und international ein Alleinstellungsmerkmal in Diagnostik und Forschung hochinfektiöser Erkrankungen darstellt.

Zu den Aufgaben in der Lehre gehören die Ausbildung der Studenten der Medizin und der Zahnmedizin im vorklinischen und klinischen Unterricht; die Ausbildung von Pharmazeuten, Humanbiologen und Biologen in Grund- und Hauptstudium; sowie die Weiterbildung zum Arzt für Medizinische Mikrobiologie und Infektionsepidemiologie.

Auf dem Gebiet der mittelbaren Krankenversorgung führt das Institut virusdiagnostische Untersuchungen für das Universitätsklinikum Gießen und Marburg (UKGM) und auswärtige Einsender durch. Das Institut ist Konsiliarlabor der Bundesrepublik Deutschland für Filoviren.