01.06.2022 HPC-Cluster MaRC2 geht nach 10 Jahren außer Betrieb

Heute, am 01.06.2022 wird der zentrale HPC-Cluster MaRC2 abgeschaltet. Auf dem Cluster wurde bis zuletzt gerechnet.

Foto von MaRC2 mit Leuchtelementen und Kabeln
Foto: HRZ

MaRC2 (Marburger Rechen-Cluster 2) war seit mehr als 10 Jahren in Betrieb und in dieser Zeit ein wesentliches und unentbehrliches Hilfsmittel für Forschende aus fast allen Fachbereichen der Universität im Bereich HPC (High Performance Computing). In viele Dissertationen sind die Ergebnisse von Simulationsrechnungen eingeflossen. Insgesamt führte MaRC2 während seiner Lebenszeit rund 5 Millionen "Jobs" mit ca. 200 Millionen CPU-Stunden aus. Für besonders hohe Anforderungen an die Rechenleistung war MaRC2 ein Sprungbrett zur Nutzung nationaler und internationaler HPC-Ressourcen.

Im August 2010 reichte eine Arbeitsgruppe unter der Federführung von Prof. Dr. Bruno Eckhardt einen Großgeräte-Antrag ein, den die Deutsche Forschungsgesellschaft im März 2011 befürwortete. So konnte nach europaweiter Ausschreibung im Herbst 2011 die Beschaffung eingeleitet werden; der Testbetrieb startete im Februar 2012. Nach einigen Startschwierigkeiten zog sich die endgültige Abnahme noch bis März 2013 hin. Danach verlief der Betrieb der insgesamt 96 Compute-Server über viele Jahre weitgehend störungsfrei. Gegen Ende seiner Laufzeit gab es immer mehr Hardware-Ausfälle, die die PC-Werkstatt des HRZ hartnäckig und meist erfolgreich durch Austausch von Ersatzteilen bekämpfte. Ein wirtschaftlicher Betrieb ist jetzt aber nicht weiter möglich.

Für das Hessische Kompentenzzentrum für Hochleistungsrechnen (HKHLR) begleitet Herr René Sitt die HPC-Anwender/innen der Uni Marburg. Zur effizienten Nutzung eines HPC-Clusters ist ein hohes Maß an Erfahrung erforderlich, welches Forschende sich erst erarbeiten müssen. Nur durch die sachkundige Unterstützung eines HPC-Teams können sich die Forschenden bei der Nutzung des HPC-Clusters auf die fachlichen Fragestellungen konzentrieren und gewinnen somit Zeit für ihre eigenen wissenschaftlichen Forschungsaufgaben.

Die Bedarfe aus der Forschung im Bereich des Hochleistungsrechnens steigen stetig an. An der Philipps-Universität ist daher seit April 2022 ein moderner HPC-Cluster "MaRC3a" in Betrieb; mehrere Ausbaustufen sind in Planung.

 

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