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Gute wissenschaftliche Praxis: Plagiate vermeiden

Hochschulen, wie die Philipps-Universität, sind Einrichtungen zur Pflege und Entwicklung der Wissenschaften und Künste. Sie dienen der Verwirklichung des Rechts auf Bildung durch Forschung, Lehre, Studium und Weiterbildung. Plagiate, d.h. der Diebstahl geistigen Eigentums sind in diesem Zusammenhang ein Problem, mit dem sich auch Universitäten konfrontiert sehen.

Leistungen anderer - ohne korrekten Nachweis der Urheberschaft - für sich zu nutzen, um Vorteile (eine bessere Note, einen akademischen Abschluss,…) zu erlangen, verstößt unter Umständen gegen das geltende Urheberrecht, in jedem Fall aber gegen die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis!

Mit den folgenden Handreichungen möchten wir Sie für das Problem Plagiat sensibilisieren.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Was ist ein Plagiat?Was ist ein Plagiat?


    “Ein Plagiat liegt vor, wenn jemand

    • Wörter, Ideen oder Arbeitsergebnisse verwendet,
    • die einer identifizierbaren Person oder Quelle zugeordnet werden können,
    • ohne die Übernahme sowie die Quelle in geeigneter Form auszuweisen,
    • in einem Zusammenhang, in dem zu erwarten ist, dass eine originäre Autorschaft vorliegt,
    • um einen Nutzen, eine Note oder einen sonstigen Vorteil zu erlangen, der nicht notwendigerweise ein geldwerter sein muss.” [1]

    [1] Teddi Fishman (2009) zitiert nach D. Weber-Wulff : http://plagiat.htw-berlin.de/ff/definition/1_1/defs

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Warum sollte nicht plagiiert werden?Warum sollte nicht plagiiert werden?

    Wissenschaft lebt von der Auseinandersetzung mit den Ideen anderer. Die klare Kenntlichmachung (Zitierung) von Ideen, welche übernommen worden sind, kann bei der Erarbeitung wissenschaftlicher Erkenntnisse helfen, sich vor Augen zu führen, wie weit die Wissenschaft durch Leistungen anderer inzwischen vorangeschritten ist.

    Zitate und die damit hergestellten Verbindungen zu anderen Werken ermöglichen so nicht nur eine Übersicht über die aktuelle Forschungsdebatte, sondern auch eine klare Trennung von eigenen und fremden Ideen. Letzteres wiederum ermöglicht erst die konsequente Reflexion über den eigenen Beitrag zum wissenschaftlichen Fortschritt.

    Der faire Umgang mit den Leistungen anderer ist außerdem für alle, die eine Karriere in der Wissenschaft anstreben, essentiell, um sich durch gute wissenschaftliche Arbeiten, die auch hohen ethischen Ansprüchen genügen, die Anerkennung in der jeweiligen Fachkolleginnen und -kollegen zu erarbeiten.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Wie werden Plagiate entdeckt?Wie werden Plagiate entdeckt?

    Plagiate werden auf verschiedenen Wegen aufgespürt. Manchmal melden sich Autorinnen und Autoren, welche Teile ihrer Werke wiedererkannt haben. Häufiger kommt es jedoch vor, dass Prüfer die zu einem Thema erschienene Literatur einfach sehr gut kennen oder auf Textpassagen stoßen, welche stilistisch nicht zum Rest der Arbeit passen. Sind Zweifel an der Integrität eines Werkes erst gesät, helfen verschiedene Werkzeuge inzwischen mit einiger Zuverlässigkeit bei der detaillierten Überprüfung vorliegender Arbeiten.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Was geschieht im Fall von nachweisbaren Plagiaten?Was geschieht im Fall von nachweisbaren Plagiaten?

    Plagiate gelten als Täuschungsversuche. Studierende in Bachelor- und Masterstudiengängen müssen damit rechnen, dass die betroffene Prüfungsleistung gemäß § 27 der jeweiligen Allgemeinen Bestimmungen für Prüfungsordnungen vom 13. September 2010 als „nicht ausreichend“ gewertet wird. In schwerwiegenden Fällen kann der jeweilige Prüfungsausschuss auch von der Erbringung weiterer Prüfungsleistungen ausschließen.

    Wird die Tatsache des Plagiats erst nach Aushändigung des Bachelor- beziehungsweise Masterzeugnisses bekannt, so kann gemäß § 32 der Allgemeinen Bestimmungen für Prüfungsordnungen die Note der Prüfung berichtigt oder die gesamte Prüfung für „nicht bestanden“ erklärt werden.

    Entsprechendes gilt auch für Promotionen. Der Doktorgrad kann nach § 22 der Allgemeinen Bestimmungen für Promotionsordnungen vom 27. November 2006 von der Philipps-Universität wieder entzogen werden, sofern sich herausstellt, dass er durch Täuschung oder durch ein anderes schwerwiegendes wissenschaftliches Fehlverhalten erworben wurde.

  • Inhalt ausklappen Inhalt einklappen Sie haben weitere Fragen zum Thema Plagiat?Sie haben weitere Fragen zum Thema Plagiat?

    Unter den hier angeführten Links können Sie sich intensiver mit dem Thema Plagiat auseinandersetzen:

    • Wer mehr darüber wissen möchte, wie man ein Plagiat vermeidet, kann auf die Tutorials zurückgreifen, die im LOTSE-Projekt zu diesem Thema erarbeitet wurden: Plagiate vermeiden
    • Das Lenkungsgremiums Neue Medien in der Lehre an der Philipps-Universität informiert außerdem über die Möglichkeiten der Plagiatserkennung an der UMR: Plagiaterkennung

    Ansprechpartner zu dem Thema sind aber auch die Dozentinnen und Dozenten an den Fachbereichen sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus dem Schulungsteam der Universitätsbibliothek.

    Falls Sie glauben, auf ein Plagiat gestoßen zu sein, können Sie sich vertraulich an den Ombudsmann der Philipps-Universität Herrn Prof. Dr. Helmut Remschmidt oder die Ständige Kommission zur Untersuchung von Angelegenheiten wissenschaftlichen Fehlverhaltens wenden.