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Normdaten

Die Universitätsbibliothek Marburg unterstützt Forschung und Wissenschaft bei dem Einsatz und der Nutzung von Normdaten.

Definition Normdaten

Normdaten sind Datensätze eines kontrollierten Vokabulars für normierte Begriffe. Sie können sich sowohl auf abstrakte als auch nicht abstrakte Subjekte bzw. Objekte beziehen. Sie beschreiben also z.B. Personen, Körperschaften, wissenschaftliche, literarische oder künstlerische Werke, abstrakte Definitionen oder Konzepte.

Normdaten enthalten bevorzugte Namensformen sowie alternative Schreibweisen, bilden den jeweiligen semantischen Kontext ab und sind mit persistenten Identifikatoren (z.B. einer URI oder DOI) versehen.

Beispiele

Die beiden nachfolgenden Beispiele sollen zugleich auch eine Illustration für die Einsatzmöglichkeiten von Normdaten geben. Eine maschinelle Datenverarbeitung kann meist nur unter sehr großem Aufwand und dann oft nur ungenau semantische Zusammenhänge erkennen. Durch den Einsatz von Normdaten können die semantischen Bedeutungen zuverlässig maschinell ausgewertet werden.

Homonyme

Ein Homonym ist ein Begriff bzw. ein Wort mit mehreren Bedeutungen.

"Ein Jaguar ist sehr schnell."

Der Begriff "Jaguar" ist hier ein Homonym und kann sowohl für die Raubkatze als auch einen Sportwagen stehen. Beide Lesarten sind syntaktisch und semantisch korrekt. Die Bedeutung wird sich im Regelfall aus dem genutzten Kontext ergeben, dieser ist der maschinellen Datenverarbeitung jedoch verwehrt. Durch den Einsatz von Normdaten kann deutlich gemacht werden, um welchen Jaguar es sich handelt.

Synonyme

Ebenso können verschiedene Worte auf den gleichen Begriff oder das gleiche Objekt referenzieren. So handelt es sich bei

"Morgenstern" und "Abendstern"

jeweils um die Venus, also denselben Stern.

Erfassung verschiedener Schreibweisen

Mit Normdaten können verschiedene Schreibweisen erfasst und abgebildet werden. Dies ist vor allem für die Recherche hilfreich. Thomas von Aquin ist zum Beispiel bekannt für viele Schreibweisen seines Namens - sie sind in seinem Normdatensatz enthalten.

Die Erfassung verschiedener Schreibweisen kann zudem verschiedene Transkriptionen abbilden, insbesondere aus nicht-lateinischen Schriften.