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DFG fördert eigenverantwortliches Forschen

Dr. Lutz Schmitt erhält eigene Nachwuchsgruppe aus dem neuen Emmy Noether-Programm für besonders qualifizierte Postdoktoranden

Eine eigene Nachwuchsgruppe kann Dr. Lutz Schmitt am Institut für Physiologische Chemie der Philipps-Universität aufbauen. Der 32-jährige Wissenschaftler wurde in das Emmy Noether-Programm aufgenommen, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in diesem Jahr erstmals ausgeschrieben hat. Die Förderung beläuft sich in den nächsten drei Jahren auf rund 1,5 Millionen Mark. Neben der Nachwuchsgruppenleiterstelle umfaßt sie u. a. eine Postdoktoranden-, eine Doktoranden- und eine technische Assistentenstelle.

Schmitt hat in Freiburg Chemie studiert. In seiner Diplomarbeit beschäftigte er sich mit der Röntgenstrukturanalyse eines zuckerspaltenden Enzyms. 1992 wechselte er an die TU München. In der Nachwuchsgruppe von Professor Robert Tampé (Tampé leitet inzwischen die Abteilung Zelluläre Biochemie und Biophysik im Institut für Physiologische Chemie der Philipps-Universität) promovierte er dort vier Jahre später mit einer Arbeit über die Synthese und biophysikalische Charakterisierung neuartiger Lipidsysteme, die für die Biofunktionalisierung von Grenzschichten eingesetzt werden können. Anschließend ging er als Stipendiat der DFG für drei Jahre an die Stanford University.

ABC-Transportern auf der Spur

Im Juni dieses Jahres kam Dr. Schmitt an das Marburger Institut für Physiologische Chemie (Arbeitskreis Professor Tampé), wo er mit seiner Nachwuchsgruppe die Struktur, Dynamik und Funktion von ABC-Transportern untersuchen will. Diese Membranproteine sind am Import und Export von Schwermetallen, Nährstoffen wie Zuckern und Aminosäuren, Signalstoffen und Proteinen beteiligt. Außerdem gehören medizinisch so relevante Proteine wie das P-Glykoprotein, CFTR oder TAP zu dieser Proteinfamilie. P-Glykoprotein verleiht vielen Krebszellen eine Resistenz gegen eine Vielzahl von Chemotherapeutika und stellt eines der größten Probleme in der Tumorbekämpfung dar. Mutationen im CFTR sind für die Mukoviszidose oder zystische Fibrose verantwortlich – eine der am häufigsten vorkommenden und tödlich verlaufenden Erbkrankheiten. TAP spielt eine Schlüsselrolle im Kampf des Immunsystems gegen virus-infizierte oder maligne Zellen.

An Modellsystemen soll die dreidimensionale Struktur dieser Klasse von Membranproteinen mittels elektronenmikroskopischer und röntgenographischer Ansätze aufgeklärt werden. Neben der dreidimensionalen Struktur steht die Dynamik von ABC-Transportern im Vordergrund. Nur die Kenntnis der Struktur und Dynamik eines Proteins, die mit ihrer Funktion in Beziehung gesetzt werden kann, wird es ermöglichen, die molekularen Prinzipien der ABC-Transporter zu verstehen. Auf Grund dieser Erkenntnisse soll versucht werden, die biologische Funktion dieser Membranproteine gezielt zu beeinflussen.

Das Emmy Noether-Programm der DFG richtet sich an besonders qualifizierte Nachwuchswissenschaftler, denen ein Weg eröffnet werden soll, auf dem man auch ohne die übliche Habilitation Hochschullehrer werden kann. Durch das Programm soll ein Umfeld geschaffen werden, das dem der amerikanischen Assistent-Professoren ähnelt.

kw


Zuletzt aktualisiert: 19.12.2007 · trautmas

 
 
 
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