Direkt zum Inhalt
 
 
Bannergrafik (Univ.)
 
  Startseite  
 
Sie sind hier:» Universität » Aktuelles » Marburger UniJournal » Nr. 3 » Angesehener akademischer Lehrer, guter Zuhörer und Ratgeber
  • Print this page
  • create PDF file

Angesehener akademischer Lehrer, guter Zuhörer und Ratgeber

Zum 75. Geburtstag des Röntgenologen und Strahlentherapeuten Professor Friedhelm Heß

Länger als ein Vierteljahrhundert hat der emeritierte ordentliche Universitätsprofessor Dr. med. Friedhelm Heß in Marburg gelehrt und geforscht. Am 29. Oktober 1999 wird er 75 Jahre alt. Besondere Verdienste erwarb sich der langjährige Leiter der Universitäts-Strahlenklinik und geschäftsführende Direktor des Medizinischen Zentrums für Radiologie im Kampf gegen den Krebs. Das von ihm Mitte der siebziger Jahre als erste Einrichtung dieser Art hierzulande ins Leben gerufene Tumorzentrum Marburg/Gießen hat die Zusammenarbeit der medizinischen Fachdisziplinen entscheidend gefördert und dadurch die Behandlung der Patienten optimiert. Durch das Tumorzentrum wurden die Kontakte zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten der Region gepflegt, Beratungszentren aufgebaut und nicht zuletzt die Tumornachsorge aktiviert.

Beispielhaftes Engagement

Mit beispielhaftem Engagement hat sich Professor Heß, gemeinsam mit seiner Frau Ingrid, der Rehabilitation von Krebspatienten verschrieben. Dank beider Initiative wurden in Marburg zahlreiche Selbsthilfe-, Kontakt- und Neigungsgruppen ins Leben gerufen, in denen betroffene Patienten mit andersartig Erkrankten Abstand vom eigenen Schicksal gewinnen und wieder ein aktives Leben führen konnten – u. a. Tanzgruppen, Bastelgruppen, Wassergymnastikgruppen und Fremdsprachengruppen. Heß plädierte stets vehement für die berufliche Wiedereingliederung behandelter Patienten, da eine vorzeitige Berentung dem Betroffenen letztlich suggeriere, dass seine Krankheit unheilbar sei.

Friedhelm Heß entstammt einer Arzt- und Pfarrerfamilie und wurde in Duisburg geboren. Nach dem Medizinstudium in Bonn, Marburg und Düsseldorf legte er 1951 das Staatsexamen ab und promovierte. Danach erfolgte die Weiterbildung in den Fächern Chirurgie, Gynäkologie, Innere Medizin und Neurologie, schließlich die Facharztausbildung in Röntgendiagnostik und Strahlentherapie. 1955 wurde er Mitarbeiter der Klinik für Strahlentherapie und Röntgendiagnostik in Marburg, 1960 Oberarzt. Im Januar 1961 habilitierte er und wurde sechs Jahre später zum apl. Professor ernannt. Im Oktober 1969 erfolgten die Berufung auf den Marburger Lehrstuhl für Strahlentherapie und Röntgendiagnostik und die Übernahme der Kliniksleitung als Nachfolger von Professor Réne du Mesnil de Rochemont.

In der Forschung beschäftigte sich Professor Heß vor allem mit Themen des Mammakarzinoms, des Bronchialkarzinoms und der Tumoren der Haut, mit der Strahlentherapie gutartiger Erkrankungen und der Krebsserologie. Er verfasste 124 wissenschaftliche Veröffentlichungen und Vorträge, eine Monographie und fünf größere Buchbeiträge. 95 Inauguraldissertationen wurden von ihm betreut. Seit 1971 arbeitete er als Fachredakteur am "Deutschen Ärzteblatt" mit.

1972/73 war Heß Vorsitzender der Hessichen Krebsgesellschaft, für die er einen Kongreß in Bad Nauheim ausrichtete. 1974 übernahm er die Organisation und Leitung eines Kongresses in Marburg für die Hessische und Südwestdeutsche Röntgengesellschaft und 1975 die Leitung der Strahlenschutzkurse für die Landesärztekammer im Bereich Nordhessen. 1976 entstand unter seiner Leitung das Tumorzentrum Marburg/Gießen mit angeschlossener ambulanter Hospizpflege. Mehrere Jahre wirkte er aktiv im Konvent der Philipps-Universität und im Fachbereichsrat des Fachbereichs Humanmedizin mit. Ein volles Jahrzehnt lang leitete er die Baukommission des Fachbereichs für das 1984 eröffnete neue Klinikum auf den Lahnbergen.

Professor Heß hat zahlreiche Kolleginnen und Kollegen zu Fachärzten ausgebildet. Mehrere seiner Schüler haben leitende Positionen erreicht. Als Hochschullehrer wurde er von den Studierenden der Medizin stets geschätzt und geachtet. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik war er nicht nur langjähriger Direktor, sondern auch ein angesehener akademischer Lehrer und Forscher, guter Zuhörer und Ratgeber, dem alle viel zu verdanken haben. Bei seiner klinischen Tätigkeit leiteten ihn sowohl fachliche Kompetenz als auch Menschlichkeit gegenüber Patienten und Mitarbeitern.

Patienten Hoffnung machen

"Entscheidend für die Mitarbeit des Kranken ist seine Hoffnung auf die Zukunft. Sie darf nicht zerstört werden", formulierte Heß vor fast zwei Jahrzehnten: "Die Grundlage für das Selbstvertrauen und ein neues Lebensgefühl des Patienten bildet die Gesprächsbereitschaft der Ärzte, der Sozialhelfer, der Seelsorger, der Familienangehörigen, der Freunde und Bekannten" – ein Appell, der unverändert Gültigkeit besitzt.

Friedhelm Heß liebt Kunst-, Literatur- und Musikreisen mit guten Freunden sowie Reisen mit seiner Frau in fremde Länder. Besondere Freude bereiten ihm klassische Musik und Literatur sowie Wasser- und Golfsport. Wir wünschen diesem charismatischen und vorbildlichen Arzt für seinen Ruhestand weiterhin Glück, Schaffenskraft und Gesundheit.

Rüdiger Pfab / Klaus Walter


Zuletzt aktualisiert: 20.12.2007 · trautmas

 
 
 
Philipps-Universität Marburg

Pressestelle der Philipps-Universität, Biegenstraße 10, D-35032 Marburg
Tel. +49 6421 28-26118, Fax +49 6421 28-28903, E-Mail: pressestelle@verwaltung.uni-marburg.de

URL dieser Seite: http://www.uni-marburg.de/aktuelles/unijournal/3/Hess

Impressum | Datenschutz