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Vom Studium direkt in den Chefsessel

Marburger Förderzentrum für Existenzgründer unterstützt den Start in die Selbstständigkeit

Sein Schlüssel zum Erfolg heißt 01030. Mit dieser Nummer jagt Dr. Hans Gerhard Lenz der Deutschen Telekom täglich tausende von Kunden ab. Vor vier Jahren gründete er TelDaFax, eine Firma mit günstigen Telefontarifen. Binnen kürzester Frist führte er das Marburger Unternehmen aus einer Marktnische auf einen Spitzenplatz im Bereich der Telekommunikation. Für dieses Jahr peilt der Absolvent der Philipps-Universität mit seinem zeitweiligen Börsen-Highflyer bereits einen Umsatz von einer Dreiviertelmilliarde Mark an.

Neue Denkansätze vermitteln

Nicht jede Firmengeschichte eines Jungunternehmers weist himmelwärts wie die des Senkrechtstarters Lenz. Für Hochschulabsolventen ist der Sprung in die Selbstständigkeit ohnehin die Ausnahme – sieht man von Sparten wie Anwalt oder niedergelassener Arzt einmal ab. Doch angesichts eines enger werdenden Arbeitsmarktes gewinnen Überlegungen, sich nach dem Examen beruflich auf eigene Füße zu stellen, zunehmend an Gewicht. Unternehmensinitiativen aus der Universität heraus zu unterstützen, ist deshalb Ziel des Marburger Förderzentrums für Existenzgründungen (MFE) und der zugehörigen Fördergesellschaft unter Beteiligung der Stadt Marburg, der Universität, des Arbeitsamtes, der Industrie- und Handelskammer Kassel und Marburger Banken. "Uns geht es vornehmlich darum, den Studierenden den Anstoß zu einem veränderten Denkansatz zu geben", unterstreicht der Betriebswirtschaftler Professor Eberhard Dülfer als Vorstandsvorsitzender der Fördergesellschaft.

Kein angehender Arzt weiß in der Regel, welche Probleme es bereiten kann, eine Sekretärin einzustellen oder die Steuererklärungen zu meistern. Sich mit einer eigenen Firma zu etablieren, wirft noch weit schwierigere Fragen auf. Unternehmensorientierten Natur- und Geisteswissenschaftlern mangelt es in aller Regel an kaufmännischem Wissen: Wie komme ich an das nötige Startkapital? Wie vermarkte ich mein Produkt? Wie behaupte ich mich gegen die Konkurrenz? Hier ist sachkundiger Rat gefragt.

Studienbegleitende Kurse

"Wer in der Berufswelt langfristig Erfolg haben will, darf sich nicht darauf verlassen, dass die dafür natürlich erforderliche Fachkompetenz alleine schon ausreicht", hebt Professor Jochen Röpke hervor. Der Volkswirtschaftler ist Vorsitzender des Direktoriums des Förderzentrums, das für interessierte Studierende aller Fachbereiche seit mehreren Semestern kostenlose Trainingskurse anbietet: "Es gilt schon im zweiten, dritten oder vierten Semester und nicht erst nach dem Examen anzusetzen." Da die Halbwertszeit des Wissens immer geringer werde, die Dynamik der Märkte aber gleichzeitig zunehme, müsse unternehmerische Erfahrung parallel zum Fachstudium erworben werden – das lehrten gerade die Erfolgskonzepte in den USA. "Die Mission des MFE heißt deswegen, unternehmerische Forscher und forschende Unternehmer auszubilden, zu trainieren und zu fördern."

Ein lokales Musterbeispiel für potentielle Existenzgründer ist in diesem Sinne die studentische Unternehmensberatung "MSM" (Modern Services for Management), die vor knapp zwei Jahren von zwei Marburger BWL-Studenten ins Leben gerufen wurde. "Früher waren wir Studenten, die auch Unternehmensberater waren. Heute haben wir unsere Arbeit so professionalisiert, dass wir Unternehmensberater sind, die noch studieren", sagt eines der inzwischen zwölf Vereinsmitglieder.

Ein aktueller Blick auf die USA zeigt laut Röpke, dass dort 80 % aller Arbeitsplätze und drei Viertel der Wertschöpfung eine "intellektuelle" Grundlage hätten. Eine Gesellschaft, Region oder Universität zahle folglich einen hohen Preis, wenn deren Wissensproduzenten nicht über die Fähigkeiten verfügten, ihr Wissen und ihre Qualifikation in neuen Kombinationen zu bewähren, also jenseits des Wissenssystems auch wirtschaftlich zu nutzen: "Die Innovationskrise in Deutschland ist daher auch eine Kommunikationskrise zwischen Wissenschaft und Wirtschaft."

Dem wollen die Ausbildungsprogramme des Marburger Förderzentrums für Existenzgründer entgegenwirken. Sie kombinieren Gründerwissen, Kompetenzentfaltung und eine frühe unternehmerische Orientierung im Fachstudium. Neben Lernverfahren für ein zügigeres und produktiveres Studium vermitteln die Kurse, deren erfolgreicher Besuch mit einem Zertifikat bescheinigt wird, unter anderem Schlüsselqualifikationen für "die Zeit danach". Beratung, Förderung und Coaching von Gründer- und Partnerfirmen zählen zu den weiteren Anliegen des Zentrums (Info: http://www.uni-marburg.de/mfe).

kw


Zuletzt aktualisiert: 19.12.2007 · trautmas

 
 
 
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