Tumorforschung mit höchster Präzision
Marburger IMT erhielt als eines der bundesweit ersten Institute
eine computer- und robotergestützte "Micro-Array-Einheit"
Micro-Array-Einheit" zur präzisen Analyse von Zellstoffwechselstörungen, die Tumoren auslösen können
Foto: Graßmann
Im Institut für
Molekularbiologie und Tumorforschung (IMT) der Philipps-Universität ist
im Sommer eine so genannte "Micro-Array-Einheit" installiert worden.
Mittels dieses computer- und robotergestütztes Verfahrens ist es
möglich, die Expression mehrerer tausend Gene in Zellen und Geweben
gleichzeitig zu bestimmen. Auf diese Weise, so Professor Martin Eilers,
lassen sich Änderungen und Störungen des Zellstoffwechsels, wie sie zum
Beispiel bei der Entstehung von Tumoren auftreten, mit nie gekannter
Präzision analysieren. Von solchen Techniken, die eng mit dem Humanen
Genomprojekt verknüpft sind, werden grundlegend neue Erkenntnisse für
die Diagnose, Prognose und langfristig auch die Therapie von
Tumorerkrankungen erwartet. Die Uni Marburg, deren Kinderklinik über
eine große Sammlung von Tumorproben verfügt, ist eine der ersten
Universitäten in Deutschland, an denen diese Methodik etabliert wurde.
Zehn klinische Institute kooperieren dabei mit dem IMT. Die Kosten der
Spezialeinheit von rund 800 000 Mark tragen die Deutsche
Forschungsgemeinschaft (DFG) und das Land Hessen.
Mit einer Beihilfe der Volkswagen-Stiftung über 2,1 Millionen Mark
wird am IMT eine Nachwuchsgruppe mit dem Schwerpunkt "Funktionelle
Analyse von E2F-Genprodukten" eingerichtet. Hier geht es darum,
grundlegende Mechanismen zu erforschen, die das Zellwachstum in
normalem und in Tumorgewebe kontrollieren. Dabei soll der Verlauf
menschlicher Krebserkrankungen möglichst genau am Mäusemodell
rekonstruiert werden, um neue Therapiemöglichkeiten zu erforschen.
Leiter der Gruppe wird Dr. Stefan Gaubatz, der zur Zeit noch am
renommierten Dana-Farber Cancer Institute in Boston (USA) arbeitet. Er
nimmt seine Tätigkeit in Marburg Ende des Jahres auf.
kw