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Studienanleitung für das Fach Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft nach der neuen Magister-Prüfungsordnung

(gültig für alle, die seit dem WS 2001/02 immatrikuliert wurden)

Ausbildungsziele

Die Studierenden erwerben im Verlauf ihres Studiums Kompetenzen

  • für die kulturanalytische und kulturvergleichende Untersuchung von historischen und Gegenwartsphänomenen
  • für die kultur- und alltagsgeschichtlich ausgerichtete Arbeit in Museen, Sammlungen und für Ausstellungen (Sachkultur, Erzählforschung, mediale Präsentation)
  • für Praxisfelder der öffentlichen und freien (Sozio-)Kulturarbeit, der PR- und Öffentlichkeitsarbeit, der interkulturellen Arbeit, des Kulturmanagement und der freelanced Projekt- und Ausstellungsarbeit

Entsprechend den sich derzeit in einem grundsätzlichen Wandel befindlichen möglichen Berufsfeldern (von der öffentlich bzw. kommunal geförderten institutionellen Kulturarbeit hin zur selbständigen Projektarbeit) konzentriert sich die Lehre auf die Vermittlung von Fähigkeiten, gesellschaftsrelevante Fragestellungen zu erkennen und aufzuwerfen, eigenständige Untersuchungen durchzuführen und die Ergebnisse öffentlichkeitswirksam zu vermitteln. Bevorzugte Lehrformen sind neben den klassischen Vorlesungen und Seminaren daher das forschende Lernen (mehrsemestrige ergebnisorientierte Projektseminare, Feldforschungsübungen, mehrtägige Exkursionen) und das exemplarische Studieren.

Zur Einführung in das Fach finden jeweils im Wintersemester eine Vorlesung und ein Proseminar statt, im Sommersemester werden Proseminare zur Einführung in die Kulturtheorien und die empirischen Methoden angeboten. Für Hauptfachstudierende wird ebenfalls im Wintersemester ein Tutorium zum Erlernen wissenschaftlicher Arbeitsweisen durchgeführt.

Tagesexkursionen werden im Zusammenhang mit thematischen Seminaren durchgeführt. Eine sogenannte große Exkursion findet mindestens alle zwei Jahre als eigenständige Lehrveranstaltung statt.

Es finden regelmäßig mehrsemestrige Projektseminare statt, die eine eigene empirische Forschung bis zur öffentlichen Ergebnispräsentation in Form einer Publikation, einer Ausstellung, eines Filmfeatures etc. beinhalten.

In jedem Semester werden mindestens zwei Lehraufträge an Kolleg/innen vergeben, die außerhalb der Universität in einem für unser Fach relevanten Praxisfeld tätig sind (Kulturmanagement, Medienpraxis, Öffentlichkeitsarbeit, Ausstellungswesen usw.).

Das Institutskolloquium ist ein  Forum des Austauschs von Lehrenden, Studierenden und Berufsvertretern aus dem Marburger Umfeld und bietet auf diese Weise die Möglichkeit, Einblicke in perspektivische Arbeitsfelder zu erhalten. Hier ist eine aktive Teilnahme in Form studentischer Arbeitsgruppen vorgesehen.

Hauptseminare und Magister- und Examenskolloquien sind dem Hauptstudium vorbehalten. Sie dienen der Vorbereitung auf die Prüfungen, der Diskussion über Magisterarbeiten und dem Austausch über neueste Fachentwicklungen.

Die klassischen Lehrformen sind Vorlesungen und Seminare, die zu folgenden Schwerpunkten angeboten werden und unter denen sie frei wählen können:
(Dabei sind die einzelnen Seminare nicht immer und ausschließlich einem Schwerpunkt zuzuordnen, sondern können verschiedene Schwerpunkte gleichzeitig bearbeiten (bspw. Europaforschung und Methodologie oder Medienforschung und Fachgeschichte usw.).

 

Kulturtheorie und Wissenschaftsgeschichte

Methodologie

  • empirische Methoden/Feldforschung
  • Hermeneutik
  • historisches Arbeiten
  • kulturwissenschaftliche Medienanalyse

Historische Anthropologie/Kulturgeschichte

  • Sozial- und Alltagsgeschichte im 19. und 20. Jahrhundert
    • Kulturgeschichte (Bundesrepublik und DDR)
    • Frauen- und Geschlechtergeschichte
    • Regional- und Lokalforschung

Europaforschung

  • Prozesse der Europäisierung und Identitätsbildung
  • Globalisierung, Regionalisierung, Lokalität
  • Migration und Mobilität
  • Ethnizität, Rassismus und Ethnozentrismus
    • kulturelle Transformationsprozesse
    • Kulturanthropologie des westlichen Mittelmeerraums (Schwerpunkt Spanien)

Spezielle Forschungsfelder

  • visuelle Anthropologie
  • Erzähl- und Biographieforschung
    • Sachkulturforschung und Museologie

Formale Studienanforderungen:

Die Studienordnung für den Magisterstudiengang Europäische Ethnologie/Kulturwissenschaft ist an der Zielvorstellung orientiert, das Studium möglichst wenig zu verschulen und keine unnötigen bürokratischen Hürden im Studienverlauf aufzubauen.  Die formalen Studienanforderungen (Pflichtveranstaltungen, Leistungsscheine) sind deshalb so angesetzt, dass die Studierenden zur eigenen Gestaltung und Vertiefung ihres Studiums angeregt werden. Für ein erfolgreiches Studium und die spätere Berufslaufbahn ist ein Engagement der Studierenden für ihre Themen und Interessengebiete jenseits des formell vorgeschriebenen Studienplanes und über diesen hinaus somit unerlässlich.

Die erforderlichen prüfungsrelevanten Scheine sind als ein Grundgerüst zu verstehen, das nach eigenen Interessen und mit eigenen Arbeitsschwerpunkten weiter ausgebaut werden kann und auch sollte: Da es vielfältige Berufsbilder für den Magister in Europäischer Ethnologie/Kulturwissenschaft gibt, ist es gerade im Verlauf dieses Fachstudiums wichtig, sich möglichst frühzeitig selbst zu orientieren, also die eigenen fachlichen Interessen zu spezifizieren und auszubauen.

Zusätzliche und frei gewählte Seminare zu eigenen Themenschwerpunkten, Auslandsaufenthalte, studienbegleitende Praktika, Fremdsprachenerwerb oder die Mitarbeit an empirischen Forschungsprojekten sind mögliche Aktivitäten, die das Studium sinnvoll ergänzen können und deshalb sehr empfohlen werden.

Die Studienordnung erläutert die formal notwendigen Anforderungen im Studium. Da es besonders zu Anzahl und Art der verschiedenen Leistungsnachweise („Scheine“) immer wieder Nachfragen gibt, wird im folgenden ergänzend zur Studienordnung erklärt, was und vor allem wie einzelne Punkte gemeint sind.

Ein Leistungschein (LN) wird grundsätzlich nur für schriftliche Hausarbeiten (12-20 Seiten) vergeben und benotet. Hausarbeiten können grundsätzlich nach Absprache mit der/dem jeweiligen Lehrenden in allen Seminaren geschrieben werden, sie ersetzen jedoch nicht die aktive Seminarteilnahme. In der Regel bauen Hausarbeiten auf mündlichen Referaten auf, die im Seminar gehalten wurden. Schriftliche Leistungsnachweise sollen die eigene Schreibpraxis einüben und auch einschätzen helfen. Deshalb wird bei schriftlichen Hausarbeiten immer auch eine Gelegenheit zur  mündlichen Nachbesprechung gegeben.

Darüber hinaus gibt es Teilnahmescheine (TS), mit denen der Besuch von Tutorium, Exkursionen und Kolloquien nachgewiesen wird. Auch der TS versteht sich in aller Regel nicht bloß als formaler Nachweis physischer Präsenz, sondern ist mit der Mitarbeit in Arbeitsgruppen, Vorträgen u.ä. verknüpft.

Außerdem sind Sie angehalten, einen Belegbogen zu führen, der der Dokumentation der Studienleistungen (Semesterwochenstunden) gemäß den Vorgaben der Studienordnung gegenüber dem Prüfungsamt dient. Diese Bögen füllen Sie selbständig aus, sie werden nicht von den Lehrenden gegengezeichnet, müssen aber am Ende des Semesters von der Studienabteilung abgestempelt werden.

Inhaltliche Studienanforderungen

In der derzeit gültigen Studienordnung werden unter dem § 6 Aussagen über Inhalte von Lehrveranstaltungen gemacht, die pflichtgemäß besucht werden sollen. Diese inhaltlichen Setzungen sind nicht so zu verstehen, dass jede angebotene LV einem konkreten Schwerpunkt (bspw. Archivalisches Arbeiten) zuzuordnen ist. Und damit ist auch nicht gemeint, dass alle dort aufgelisteten Veranstaltungsthemen belegt werden müssen.

Die Studienordnung meint vielmehr folgendes:
Es gibt Pflichtveranstaltungen (im Veranstaltungsverzeichnis ausgewiesen) –, die besucht werden müssen. Die Wahl aller weiteren Veranstaltungen steht frei.

Pflichtveranstaltungen im Grundstudium
Die Vorlesung zur Einführung in das Fach, das Tutorium und drei Proseminare (Einführung, Empirische Methoden und Kulturtheorien). Teilnahme am Institutskolloquium.
HF: VL + Tutorium + drei PS + IK
NF: VL und eines der drei angebotenen PS zur freien Wahl

Pflichtveranstaltungen im Hauptstudium
Ein mehrsemestriges Projektseminar, eine große Exkursion, das Institutskolloquium und ein Mag-/Examenskolloquium. (Gilt nur für Hauptfächler.)

 

Allgemeine Fragen, die immer wieder gestellt werden:

  1. In der Studienordnung wird unterschieden zwischen Studium ohne bzw. mit Schwerpunkt. Ob und wie Sie Ihre Schwerpunkte setzen, steht frei.
  2. In der Studienordnung werden v.a. im Bereich der Methoden Lehrveranstaltungen aufgelistet, die besucht werden sollen (bspw. Archivalisches Arbeiten oder Kulturwissenschaftliches Beschreiben...). Es handelt sich hierbei um die Empfehlung, das methodologische bzw. kulturtheoretische Spektrum im Studium möglichst breit zu fassen. In allen thematischen Seminaren geht es immer auch um methodische, kulturtheoretische bzw. fachgeschichtliche Akzentsetzungen, ohne dass das auch im Titel ausgewiesen ist.

 

Weitergehende Fragen

Sie können jederzeit die Studienfachberatung des Instituts (derzeit Dr. Bimmer), der Prüfungsausschussvorsitzenden (derzeit Prof. Dr. Merkel) und aller Lehrenden aufsuchen. Die Sprechzeiten finden Sie im Vorlesungsverzeichnis.



Zuletzt aktualisiert: 27.05.2008 · Andreas Bimmer

 
 
 
Fb. 03 - Gesellschaftswissenschaften und Philosophie

Europäische Ethnologie / Kulturwissenschaft, Biegenstraße 9, D-35032 Marburg
Tel. +49 6421/28-26516, Fax +49 6421/28-26515, E-Mail: europ.ethnologie@staff.uni-marburg.de

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