Geschlechterpolitik im Spannungsfeld von Markt und Emanzipation
Analyse der geschlechterpolitischen Implikationen von genderorientierter Weiterbildung und Beratung
Forschungsprojekt von April 2007 bis Juli 2008, gefördert vom Hessischen Ministerium für
Wissenschaft und Kunst
Projektidee
Im Wandel der Geschlechterverhältnisse in der Bundesrepublik Deutschland überlagern sich derzeit widersprüchliche Entwicklungen: Werden auf der einen Seite Gleichberechtigungsfortschritte von Frauen bei der Beteiligung an Bildung, Arbeit und Politik erzielt, werden auf der anderen Seite Geschlechterstereotypen und -hierarchien reproduziert bzw. bilden sich neue Asymmetrien heraus.Im Kontext von andauernden Emanzipationsdefiziten erlangen geschlechterpolitische Instrumente wie Gender Mainstreaming insbesondere in Verwaltungen, Behörden und Politik eine prominente Rolle, da hiervon eine Überwindung tradierter Geschlechterhierarchien erhofft wird. Eine der sichtbarsten Formen von Gender Mainstreaming besteht dabei in genderorientierter Weiterbildung und Beratung, die sich als eigenes Marktsegment etabliert und mittlerweile von unzähligen Institutionen in Anspruch genommen wird.
In dem Forschungsprojekt "Geschlechterpolitik im Spannungsfeld von Markt und Emanzipation" wird untersucht, welche geschlechterpolitischen Impulse von diesem Markt genderorientierter Weiterbildung und Beratung auf den Wandel der Geschlechterverhältnisse ausgehen. Welche Beiträge von genderorientierter Weiterbildung und Beratung können in Hinblick auf die Überwindung andauernder Gleichberechtigungsdefizite erwartet werden? Treten durch eine "Vermarktlichung der Frauenfrage" Entpolitisierungseffekte ein oder eröffnen sich neue Handlungs- und Gestaltungsspielräume für innovative emanzipative Konzepte?
Projektumsetzung
Die Forschungsaktivitäten des Projekts richten sich darauf, den Markt an Gender Mainstreaming-Angeboten systematisch zu erfassen und einer Auswertung in Hinblick auf die Überprüfung der geschlechterpolitischen Implikationen vorliegender genderorientierter Weiterbildungs- und Beratungskonzepte zu unterziehen.Dazu soll soll neben einer Internet-Recherche eine Online-Befragung von AnbieterInnen genderorientierter Weiterbildung und Beratung geleistet sowie leitfadengestützte Interviews geführt werden.
Das Forschungsprojekt wird von M.A. Tina Jung durchgeführt.

