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Care-Arbeit in der Transformation: Arbeitsbedingungen von Tagesmüttern und -vätern im Prozess von Vermarktlichung, Flexibilisierung und Prekarisierung. Eine Vorstudie

Das Projekt hat eine Laufzeit von 15 Monaten und wird gefördert vom Hessischen Ministerium für Wissenschaft und Kunst.


Projektziel

Vorangetrieben durch eine gestiegene Erwerbstätigkeit von Eltern mit Kleinkindern, Änderungen in geschlechterpolitischen Instrumenten wie dem Elterngeld und den anvisierten Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Einjährige ab 2013 befindet sich das Arbeitsfeld Kindertagespflege derzeit in einer doppelten Transformation: Der derzeitige massive Ausbau – bis 2013 soll die Zahl der dort Tätigen verdoppelt werden – führt einerseits zu einer deutlichen Vermarktlichung des Arbeitsfeldes Betreuung von Kleinkindern. Andererseits transformiert sich das Feld insofern, als es insbesondere seit 2005 zunehmend politisch reguliert wird. So sind neben diversen gesetzlichen Initiativen zum Ausbau der Kindertagespflege (TAG, KICK und KiföG) verschiedene Initiativen zu verzeichnen, die eine Regulierung der Qualifikation für dieses Berufsfeld, aber auch des zu erwirtschaftenden Entgelts anstreben – allen voran die seit 2009 bestehende Pflicht zur Abgabe von Einkommensteuer und Beiträgen zur Sozialversicherung.

Die Tätigkeit als Tagespflegeperson ist dabei nach wie vor ein von Frauen dominiertes Beschäftigungsfeld – und war bislang in einem solchen Maße entlohnt, dass eine eigenständige Existenzsicherung durch diese Tätigkeit nicht möglich  war. Tagesmutter oder -vater konnte somit nur sein, wer entweder im Zuverdienermodell lebte, d. h. eine/n gut verdienende/n Partner/in hatte, oder zusätzliche öffentliche Unterstützung (z. B. Alg II) bezog und damit faktisch einen Kombilohn erhielt. In welche Formen und mit welchen (geschlechterpolitischen) Implikationen sich jedoch der derzeitige Ausbau der Tagespflege als Arbeitsfeld vollzieht, ist bislang nicht erforscht. Im Zentrum des Projekts steht deshalb die Frage, ob es durch die Art und Weise des Wandels und den sich dabei konturierenden Bedingungen der Tätigkeit in der Tagespflege zu ‚guter’ Erwerbsarbeit für die dort tätigen Personen – in der Regel Frauen – kommt, oder ob durch die Kommodifizierung und Flexibilisierung dieses Arbeitsfeldes prekäre Beschäftigungen von Frauen ausgeweitet werden.

Projektumsetzung

Die Studie ist auf das Bundesland Hessen eingegrenzt, das bislang den Ausbau in der Kindertagespflege am stärksten betrieben hat. Durch explorative Interviews mit Tagespflegepersonen sollen neben dem sozialen und berufsbiografischen Profil der Tagespflegepersonen auch ihre Arbeitsbedingungen, ihre soziale Absicherung sowie ihre persönlichen Vereinbarkeitsbedarfe und -erfordernisse erhoben werden. Auf Basis dieser Interviews soll in einem nächsten Schritt ein standardisierter Fragebogen entwickelt werden, der es in einem Folgeprojekt erlaubt, deutschlandweit repräsentative Daten zu erheben. Um die politische Regulierung des Feldes zu erfassen, wird eine Online-Erhebung bei den Jugendämtern der hessischen Kreise und kreisfreien Städte durchgeführt werden. Zudem soll mittels ausgewählter Expert/inn/eninterviews erfasst werden, auf welche Weise sich Tagespflegepersonen organisieren und welche Durchsetzungskraft diese lokalen Interessensvertretungen mit Blick auf bessere Arbeitsbedingungen, Entgelt und soziale Absicherung haben.

 

Projektdurchführung

Katarina Schritt

Karin Zennig

GendA - Forschungs- und Kooperationsstelle Arbeit, Demokratie und Geschlecht

Institut für Politikwissenschaft, FB 03

Philipps-Universität

Wilhelm-Röpke-Str. 6

Raum 00 026, Block K

35032 Marburg

Tel.: (06421) 28-28990

Fax: (06421) 28-28991



Zuletzt aktualisiert: 12.07.2012 · reuschkm

 
 
GendA - Forschungs- und Kooperationsstelle Arbeit, Demokratie, Geschlecht, FB 03

GendA - Forschungs- und Kooperationsstelle, Wilhelm-Röpke-Straße 6G, D-35032 Marburg
Tel. 06421/28-24394, Fax 06421/28-28995, E-Mail: genda@staff.uni-marburg.de

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