Wir über uns
Kurzdarstellung des Graduiertenkollegs
"Geschlechterverhältnisse im Spannungsfeld von Arbeit, Politik und Kultur"
Seit Oktober 2004 schreiben die ersten 9 Promovierenden ihre Doktorarbeiten zu Geschlechterverhältnissen im Spannungsfeld von Arbeit, Politik und Kultur. Diese erste Generation der StipendiatInnen hat Ende 2007 begonnen, ihre Dissertationsprojekte abzuschließen. Diesen wird ab November 2008 eine zweite Generation von Promovierenden folgen. Die Zielrichtungen der ersten Runde lauten:Das Kolleg bietet die Möglichkeit zu wissenschaftlichem Austausch und zum Ausbau von Schlüsselqualifikationen wie Teamarbeitsfähigkeit, rhetorische Schulung und Präsentationstechniken. Kernziele des Kollegs sind die Förderung der interdisziplinären Zusammenarbeit, der methodologische Austausch sowie die Qualifizierung der Promovierenden für die wissenschaftliche Forschung und Lehre.
Zur Förderung von Geschlechterdemokratie, materieller Umverteilung und sozial-kultureller Anerkennung setzt sich das Kolleg mit den Produktions- und Reproduktionsverhältnissen in Arbeits- und Wissensgesellschaften sowie ihrem Wandel auseinander. Dabei geht es nicht nur um Fragen des Ausschlusses / Einschlusses von Frauen / Männern in den Arbeitsmarkt, sondern auch um ihre Positionierung in Arbeitsprozessen, in der Organisation von Arbeit und um die Anerkennung ihrer Arbeit. Arbeit gewährleistet nicht nur gesellschaftliche Teilhabe bzw. soziale Marginalisierung und Ausschluss, sondern ist zugleich auch ein Medium sozialer Anerkennung, welches in der aktuellen Veränderung der Arbeit einem grundlegenden Bedeutungswandel unterliegt. So lassen sich gerade im Übergang vom 20. ins 21. Jahrhundert tiefgreifende Veränderungsprozesse im Hinblick auf die ökonomischen Rahmenbedingungen, die Unternehmensstrukturen und die Arbeitsorganisation bis hin zur Kultur der Arbeitswelt erkennen, die sich auch in einem Wandel der Anerkennungsmodi widerspiegeln. Unter den Bedingungen von Globalisierung, Migration, De-Industrialisierung und Transformation gestaltet sich der Zusammenhang von Arbeit und Leben grundlegend neu. Was dies für die Organisation der Geschlechterverhältnisse letztendlich bedeutet, ist noch nicht ausgemacht. Im Kern geht es um die Frage, ob es im Zuge des Wandels der „Arbeitsgesellchaft“ zu neuen Formen der Teilhabe und Anerkennung kommt oder sich die in der Vergangenheit herausgebildeten Strukturen sozialer Ungleichheit und mangelnder Anerkennung fortsetzen werden.
Das Graduiertenkolleg will einen Beitrag zur Rekonstruktion des Zusammenhanges zwischen der sozialen Organisation von Arbeit im umfassenden Sinn und der sozialen Konstruktion von Geschlecht insbesondere im Hinblick auf die sich dabei überschneidenden sozioökonomischen, politischen und kulturellen Aspekte von „Geschlecht“ einerseits und „Arbeit“ andererseits leisten und dabei zugleich zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses beitragen.
Dabei geht es nicht zuletzt darum, aktuelle Debatten und Entwicklungen mit einem erkenntnis- und deutungsoffenen Blick zu verfolgen, und dabei auch die Tragfähigkeit traditioneller Theorieansätze und Forschungsperspektiven kritisch zu hinterfragen. Das Promotionskolleg zielt in diesem Sinne auf Fragestellungen und Forschungsansätze, die über die gängigen Deutungsmuster hinausreichen, theoretisch-konzeptionell neue Ideen entwickeln und Keimformen des Entstehens neuer Denk- und Handlungsmuster in geschlechtersensibler Perspektive fördern. Die beteiligten Disziplinen – Europäische Ethnologie, Politikwissenschaft und Soziologie – sind herausgefordert, ihr methodologisches Instrumentarium aufeinander abzustimmen und die theoretischen Konzepte mit ihrem fachspezifischen Vokabular neu auszuhandeln. Darin steckt eine wichtige Möglichkeit, neue Akzentsetzungen in der aktuellen Debatte und im Kompetenzspektrum des wissenschaftlichen Nachwuchses zu entwickeln.
Das Promotionskolleg bietet ein begleitendes Studienprogramm, das die Herstellung interdisziplinärer Bezüge sichert, den theoretischen und methodischen Austausch fördert und Schlüsselqualifikationen vermittelt. Mit diesen Zielen arbeiten die Promovierenden nicht isoliert, sondern als kontinuierlicher Diskussions- und Arbeitszusammenhang. Sie bekommen systematisch Unterstützung durch die Einführung in die wissenschaftlichen Grundlagen, durch monatliche Kollegtreffen, die vernetzte Arbeit an den jeweiligen Projekten, den Austausch mit den Betreuerinnen und Betreuern sowie externen Fachleuten, durch regelmäßige Klausurtage, unterstütztes Team-Coaching, gemeinsame Werkstätten, Tagungen, Lehrübungen sowie weitere Schulungen durch die Hans-Böckler-Stiftung. Im Gegensatz zur Einzelförderung wird hier also gemeinsam an den Forschungsthemen diskutiert und es werden Qualifikationen für erfolgreiche Forschung und Lehre vermittelt.
Details zu den Forschungsvorhaben und den Promovierende finden Sie auf der Seite StipendiatInnen oder Dissertationen.

