Aktuelle Ausstellungen
- Seit Oktober 2010:
Vermächtnisse – Südamerika und die Völkerkunde in Marburg
Die Völkerkundliche Sammlung in Marburg beherbergt etwa 1200 ethnographische Objekte aus verschiedensten Regionen und Kulturen Südamerikas.
Die Gegenstände sind Vermächtnisse in
doppelter Hinsicht: Sie repräsentieren die Kulturen, die sie
herstellten, verwendeten und veräußerten, und zeugen von Sammlern und
Forschern, die sie auf Reisen und Forschungsaufenthalten in Südamerika
erwarben und sie der Völkerkundlichen Sammlung überließen. Die Objekte
vermitteln somit nicht nur einen Einblick in die regionale und
kulturelle Vielfalt dieses Kontinents, sondern widerspiegeln auch
die unterschiedliche Sammlungsgeschichte und sind zum Großteil mit
vergangenen und laufenden Forschungen im Fachgebiet Kultur- und
Sozialanthropologie/Völkerkunde verbunden. Außerdem bilden die Objekte
den Grundbestand von Ausstellungen, die das Fachgebiet vorwiegend im
Rahmen von Lehrveranstaltungen durchführt.
Aus Anlass des 5. Treffens der Südamerika- und KaribikforscherInnen in Marburg (29.9.-3.10.2010) ist die folgende Ausstellung entstanden. Analog zu der Tagung, die WissenschaftlerInnen mit unterschiedlichen Forschungsschwerpunkten und -regionen innerhalb des Kontinents zusammenführt, zeigt sie Gegenstände aus unterschiedlichen Kulturen und kulturellen Kontexten. Bei der Auswahl der Objekte stand jedoch nicht die Inszenierung von Kultur im Vordergrund, sondern ihre Präsentation als Vermächtnisse. Die Objekte stehen daher stellvertretend für Forschende und Erforschte und bieten einen kleinen Einblick in die Marburger Völkerkunde.
Aus Platzgründen war es unmöglich, alle in der Sammlung vertretenen Kulturen „flächendeckend“ mit einzubeziehen. Es war uns ein besonderes Anliegen, auch einmal selten oder noch nie gezeigte Exponate aus dem Magazin zu holen. Die ausgewählten Objekte stammen von zehn indianischen Gruppen aus dem Andenraum, Paraguay und Amazonien und haben in den Jahren zwischen 1964 bis 2004 den Eingang in die Sammlung gefunden.
Konzeption und Umsetzung: Constanze Dupont und Dagmar Schweitzer de Palacios
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- Seit Dezember 2009:
Im Blick der Vertreibung. Ansichten von Vertriebenen des kolumbianischen Bürgergrieges
Im Angesicht von Vertreibung
Über vier Millionen Menschen sind in Kolumbien vertrieben. Die Vertriebenen sind gezwungen ihr soziales Gefüge, welches dem Leben Sinn und Stabilität gibt, zu verlassen. Anstelle dieses sozialen Gefüges, das die Sicherheit der physischen Integrität, die ökonomische Lebensgrundlage und eine funktionierende Gemeinschaft mit gesellschaftlichen Aufgaben und sozialen Ansehen einschloss, tritt ein feindlich wahrgenommenes Umfeld.
Die meisten Vertriebenen enden in den Armenvierteln der Großstädte, wo sie niemand erwartet, wo sie nicht gebraucht werden, wo sie auf Hilfe angewiesen sind, ihren Lebensunterhalt selbst nicht bestreiten können, wo sie diskriminiert und stigmatisiert werden, wo die Stabilität und der Sinn des Lebens verloren geht.
Als Ursache für die Vertreibung gilt der bewaffnete Konflikt. Die meisten Familien fliehen vor den schweren Menschenrechtsverletzungen, wie Morden, Massakern, Zwangsrekrutierungen, die von den bewaffneten Akteuren begangen werden. Dies kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass hinter den Vertreibungen neben den politischen auch wirtschaftliche Interessen stehen.
Vertreibungen finden in Regionen statt, die wirtschaftlich interessant sind. In diesen Regionen befinden sich Rohstoffvorkommen, Bodenschätze, Agrarindustrie- oder Infrastrukturprojekte. Die Konzentration des Landes in den Händen von Großgrundbesitzern nahm in den letzten Jahren zu.
Konzeption und Umsetzung: Philipp Naucke M.A.
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Seit April 2009:
kitsch kunst kunterbunt
Ethnographische Objekte unter neuen Blickwinkeln
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