Was ist Kultur- und Sozialanthropologie/Völkerkunde?
Die Anthropologie ('anthropos' = griech. Mensch, 'logos' = griech. Wissen) begreift sich als vergleichende Kultur -und Sozialwissenschaft, die sich mit den Menschen und deren Reichtum an sozialen Beziehungen und kulturellen Kontexten befasst.Im Zentrum der Kultur- und Sozialanthropologie steht die empirische Erforschung - mit Betonung auf der Methode der teilnehmenden Beobachtung -, Analyse und Interpretation soziokultureller Praktiken und Prozesse auf lokaler und globaler Ebene. Im Zuge der Globalisierung und transnationaler Prozesse hat sich der Forschungsschwerpunkt von lokalen, als homogen betrachteten Kulturen auf die Vernetzung von lokalen und globalen Prozessen und deren historische Dimension ausgeweitet. Dazu gehören zum Beispiel Migrationsprozesse, neue Konfliktaustragungsformen, kulturelle Hybridisierungs- und Kreolisierungsprozesse, Transformationen von Ethnizität, aber auch die Konzeption und das Verhältnis zur Umwelt.
Das Studium der Kultur- und Sozialanthropologie vermittelt ein kritisches Verständnis sozialer, politischer, wirtschaftlicher, ökologischer und kultureller Dynamiken, ethnischer Abgrenzungsprozesse, sowie praktische interkulturelle Kompetenz in Arbeitsbereichen mit VertreterInnen anderer Kulturen. Als weitere Kompetenz können Kenntnisse über materielle und visuelle Kultur (Material and Visual Culture) und deren Präsentation erworben werden.

