Lehrveranstaltungen im Wintersemester 2010/11
05 082 03101 Vorlesung: Kirchengeschichte im Überblick (Mo 10-12 sowie Di 16-18h)
Die Einführungsvorlesung wendet sich an Studierende im Grundstudium und umfasst das gesamte Gebiet der Kirchengeschichte. Die Geschichte von der Alten Kirche bis Mitte des 16. Jahrhunderts übernimmt Karl Pinggéra, während Jochen-Christoph Kaiser in der zweiten Semesterhälfte die Zeit vom Augsburger Religionsfrieden 1555 bis zur Gegenwart im Überblick behandelt.
05 082 03701 Vorlesung: Kirchengeschichte des Heiligen Landes (Di 14-16h)
Reisegruppen, die sich heute in das Heilige Land aufmachen, sind in der Regel an den Orten und Landschaften der biblischen Heilsgeschichte interessiert. Die Kirchen vor Ort kommen dagegen meist wenig in den Blick. Dabei begegnen im Heiligen Land auf Schritt und Tritt die Zeugnisse einer durchgehenden 2000jährigen Kirchengeschichte. Es gibt kaum eine Konfession der weltweiten Christenheit, die sich nicht auch im Heiligen Land niedergelassen hätte. In der Heimat des Herrn verdichtet sich die christliche Konfessionsgeschichte wie unter einem Brennglas. Die Vorlesung behandelt in einem chronologischen Durchgang die altkirchliche Zeit (Palästina als Wallfahrtszentrum und christliche Mönchslandschaft), das Mittelalter (die Kreuzzüge und ihr Scheitern), die osmanische Zeit und die jüngste Kirchengeschichte seit Gründung des Staates Israel 1948. Besonderes Gewicht wird dabei auf die Geschichte der evangelischen Einrichtungen gelegt, die im 19. Jahrhundert entstanden sind und die bis heute das Interesse des deutschen Protestantismus am Heiligen Land bezeugen. Diesen Teil der Vorlesung, der besonders ausführlich behandelt werden soll, wird Jochen-Christoph Kaiser übernehmen.
05 082 03705 Seminar: Deutscher Protestantismus 1918-1930: Theologie/Politik/Kultur (Mo 18-20h)
In den kommenden vier Semestern, d.h. bis einschließlich des Sommersemesters 2012 biete ich vier (Haupt-)Seminare an, die inhaltlich aneinander anschließen und die Jahre von
1. 1918 - 1930
2. 1930 - 1934
3. 1934 - 1939
4. 1939 - 1950behandeln werden. Während für das kommenden WS vorgesehene Seminar die Jahren zwischen 1918 und dem Beginn der Endkrise der Weimarer Republik behandeln wird, geht die im SS 2011 folgende Veranstaltung auf die Endkrise selbst, ihre Folgen für die Kirche und die ersten beiden Jahre des Dritten Reiches ein, die als der eigentliche Kirchenkampf bezeichnet werden. Das dritte Seminar beschäftigt sich mit der sog. Kirchenausschusszeit (1935-1937) und die großen Auseinandersetzungen zwischen Bekennender Kirche, Deutschen Christen bzw. zwischen Kirche, Staat und Partei, die von der Spaltung der BK 1936 in Bad Oeynhausen über die Kämpfe um Kanzelabkündigungen, die sog. Gebetsliturgie im Zusammenhang der Tschechenkrise 1938 bis zur ‚Godesberger Erklärung‘ und ihren verschiedenen Fassungen reichen. Die seltener in den Blick kommenden entscheidenden Jahre zwischen 1937 und 1939 sind von zentraler Bedeutung für innerkirchlichen Spannungen im Dritten Reich, in denen sich die Konflikte zwischen dem Protestantismus und dem Regime noch einmal in seltener Klarheit abbilden. Das vierte Semester schließlich ist den Kriegsjahren und dem Neubeginn nach 1945 mit der Gründung der EKD gewidmet. Die kirchenpolitischen Experimente von Partei und Staat im sog. Reichsgau Posen (Wartheland) vermittelten den Protestanten (und Katholiken) eine Vorstellung davon, wie das NS-System mit ihnen und ihren Kirchen nach dem ‚Endsieg‘ umgehen würde. - Die Bildung des Geistlichen Vertrauensrates auf der einen und des Kirchlichen Einigungswerks auf der anderen Seite waren Versuche verschiedener Gruppen, den kirchlichen Zusammenhalt in der schwierigen Kriegszeit aufrecht zu erhalten und - was das Einigungswerk betrifft - zugleich über einen Neubeginn nach Kriegsende nachzudenken und diesen entsprechend vorzubereiten.
Die Veranstaltung in diesem Semester setzt folgende Schwerpunkte:
* Der Verfassungsneubau nach dem Ende der Symbiose von Thron und Altar
* Theologischer Neuaufbruch: antihistoristische Revolution und Volksnomostheologie
* Die Protestanten zwischen Vernunftrepublikanismus und Demokratiefeindschaft
* Die Expansion des verbandsprotestantischen Spektrums
* Protestantismus im Zeichen der Krise - Nationalismus, Antisemitismus und Annäherungen an die NSDAP
05 082 03711 Kolloquium für DoktorandInnen und ExamenskandidatInnen
Das Oberseminar behandelt mit Examenskandidat/innen und Doktorand/innen aktuelle Neuerscheinungen auf dem Gebiet der Kirchlichen Zeitgeschichte, Verbands- und Diakoniegeschichte sowie der konfessionsbezogenen Historischen Frauenforschung. Ferner stellen die Teilnehmer/innen eigene Projekte vor.

