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Theologie in Marburg

Theologie in Marburg – das ist eine lebendige Tradition von 500 Jahren, die sich heute in wissenschaftlicher Exzellenz, gesellschaftlicher Verantwortung und innovativer Lehre fortsetzt. Mit einem breiten fachlichen Spektrum, internationalen Verbindungen und einem besonderen Engagement für Gerechtigkeit, Vielfalt und gesellschaftliche Transformation bietet der Fachbereich nicht nur eine fundierte theologische Ausbildung, sondern auch eine Gemeinschaft, in der Studierende mit ihren Fragen ernst genommen und neue Perspektiven gesucht werden. Marburg ist der Ort für Menschen, die mitdenken, mitgestalten und die Welt nachhaltig verändern wollen. Evangelische Theologie in Marburg – das bedeutet:

  • 500 Jahre Kompetenz und Erfahrung

    Die Universität Marburg ist die älteste evangelische Universität der Welt. Hier fand 1529 das Marburger Religionsgespräch statt. Zahlreiche berühmte Theologen wie der Neutestamentler Rudolf Bultmann und der Systematische Theologe Rudolf Otto haben hier gelehrt und geforscht. „Marburger Theologie“ ist seit dem 20. Jahrhundert weltweit zum Markenzeichen für kritische, ergebnisoffene und aufgeschlossene theologische und religionswissenschaftliche Forschung und Lehre geworden.

  • Fachliche Breite und besondere Schwerpunkte

    Alle klassischen theologischen Disziplinen sind in Marburg in Forschung und Lehre vertreten. Daneben gibt es besondere Professuren oder Professurschwerpunkte für Christliche Archäologie und Byzantinische Kunstgeschichte, Geschichte der Ostkirchen, Islam und Bioethik. Wir engagieren uns in der Ökumene und arbeiten eng mit dem Katholisch-Theologischen Seminar der Universität Marburg zusammen. Die Forschenden des Fachbereichs sind in innovativen Forschungsfeldern wie der Trauma- und Konfliktforschung tätig. Mit dem Rudolf-Bultmann-Institut für Hermeneutik besteht ein Forschungsschwerpunkt zu Grundfragen des Verstehens und der Deutung religiöser Überlieferung.

  • Gesellschaftspolitische Akzente

    Der Marburger Fachbereich spielte eine wesentliche Rolle bei der Ermöglichung des Weges ins Pfarramt für Frauen: 1919 legte hier deutschlandweit die erste Frau ein Fakultätsexamen ab, 1925 wurde hier der bis heute bestehende Theologinnenverband (heute: Theologinnenkonvent) gegründet. Seit den 1970er Jahren steht der Marburger Fachbereich für ein besonderes Engagement in gesellschaftspolitischen Fragen. Diversitätssensibel engagieren wir uns in feministisch-theologischer Forschung und bei der Aufarbeitung sexualisierter Gewalt.

  • Wissenschaftliche Vernetzung

    Angehörige des Fachbereichs Evangelische Theologie arbeiten im Marburger Centrum Antike Welt, im Zentrum für Gender Studies und feministische Zukunftsforschung, im Zentrum für Synthetische Mikrobiologie, im EUPeace Hub Inclusive Health und im Zentrum für Lehrkräftebildung mit. Mitglieder des Fachbereichs wirken an verschiedenen Forschungsverbünden und Graduiertenkollegs mit.

  • Internationale Verbindungen

    Studierende können von Marburg aus an Studienangeboten in Israel, Rom, Libanon und Rumänien teilnehmen sowie im Rahmen des Erasmus-Programms Auslandsaufenthalte an europäischen Universitäten absolvieren. Im Rahmen der Europäischen Universitätsallianz EUPeace beteiligt sich der Fachbereich an Forschungs- und Lehrverbünden. Internationale Forschungskooperationen bestehen unter anderem mit Adana (Türkei), Cambridge, Istanbul, Prag, Pretoria, Princeton, Sarajevo, Stellenbosch (Südafrika), Tenri (Japan), Turku (Finnland), der University of Eastern Finland und Yale.

  • Innovation und Qualität in Lehre und Studium

    Für das Pfarramt, aber auch für andere Berufe in kirchlichen und nichtkirchlichen Arbeitsfeldern qualifiziert der Magisterstudiengang Evangelische Theologie. Als alternativen Ausbildungsweg bietet der Marburger Fachbereich seit 2025 als erster bundesweit daneben einen konsekutiven B.A./M.A.-Studiengang an; dieser umfasst auch englischsprachige Module. Außerdem können Evangelische Theologie und Christliche Archäologie als Bachelor-Nebenfächer studiert werden.

    Ein weiterer Schwerpunkt ist das Studium der Evangelischen Religion für das Lehramt an Gymnasien; daneben bieten wir auch das Studienfach Hebräisch für das gymnasiale Lehramt an.

    2007 haben wir, ebenfalls als erster Fachbereich, den berufsbegleitenden Master-Studiengang Evangelische Theologie für Berufstätige mit einem abgeschlossenen Erststudium in einem anderen Fach eingeführt. Das Marburger Modell hat sich bewährt und wird in Zukunft als alternativer Zugangsweg zum Pfarramt noch an Bedeutung gewinnen.

    Eine Marburger Besonderheit ist der zweisemestrige Zertifikatsstudiengang „Tod und Transformation“ in Zusammenarbeit mit dem Kasseler Museum für Sepulkralkultur.

    Zur Qualifizierung für die wissenschaftliche Weiterarbeit in der Theologie bieten wir die Promotion zum Dr. theol. und zum Dr. phil. an. Das gemeinsam mit den beiden hessischen Landeskirchen eingerichtete Hans-von-Soden-Institut für theologische Forschung vergibt Stipendien für ordinierte Pfarrpersonen.

  • Eine Gemeinschaft von Lehrenden und Lernenden

    Enger Kontakt von Lehrenden und Lernenden und eine offene, vertrauensvolle Atmosphäre sind uns wichtig. Angebote wie Theologisches Mittagsgespräch und Forum Theologie, der Feministische und der Rassismuskritische Studientag, die regelmäßigen Universitätsgottesdienste, das jährliche Sommerfest und der Winterball bieten ein Forum für Austausch und Gemeinschaft. Eine aktive studentische Fachschaft gestaltet das Leben am Fachbereich engagiert mit. Enge Verbindungen bestehen zum Marburger Studienhaus der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, zur Evangelischen Studierendengemeinde und zur Hessischen Stipendiatenanstalt. Wir bekennen uns zu Toleranz, kultureller und religiöser Vielfalt, Respekt und Einsatz gegen Diskriminierung.