21.03.2013
Impuls für die interdisziplinäre Adelsforschung
„Aristokratismus und Moderne. Adel als politisches und kulturelles Konzept, 1890-1945“:
Der nun erschienene Band, der auf eine Marburger Tagung von Literaturwissenschaftlern, Historikern, Kunsthistorikern und Soziologen zurückgeht, widmet sich diesem Phänomen des „Aristokratismus“, wie es die Forscher nennen, und spürt einer Ausweitung der Semantik des Adeligen und ihrer politischen und kulturellen Wirkung nach. Er spannt den Bogen von Nietzsches Philosophie eines „Neuen Menschen“ über die Figur des Dandys in Kunst und Literatur, die Ideen einer „Geistesaristokratie“ etwa im George-Kreis, bis hin zu Neuadelsvorstellungen in der völkischen Bewegung und im Nationalsozialismus. Das Buch ist zugleich der Pilotband der neuen wissenschaftlichen Reihe „Adelswelten“, die sich in interdisziplinärer Perspektive der historischen Adelsforschung widmet und von dem Marburger Historiker Eckart Conze mit herausgegeben wird. Die Universität Marburg habe, so betont Conze, mit diesem Band über die Geschichtswissenschaft hinaus ihre Bedeutung als Zentrum der Adels- und Elitenforschung erneut unterstrichen. Ein größeres, ebenfalls interdisziplinär historisch-literaturwissenschaftlich angelegtes Forschungsprojekt bei der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Themenfeld „Aristokratismus“ ist als nächster Schritt der erfolgreichen Zusammenarbeit in Vorbereitung.
Eckart Conze/Wencke Meteling/Jörg Schuster/Jochen Strobel (Hg.): Aristokratismus und Moderne. Adel als politisches und kulturelles Konzept, 1890-1945 (Adelswelten, Bd. 1), Köln (Böhlau) 2013.
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Professor Dr. Eckart Conze
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