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21.12.2011

Unter Canadiensern, Irokesen und Rebellen

Das Tagebuch des Philipp Jakob Hildebrandt (1733-1783) entstand während seines Einsatzes mit den Hessen-Hanauer Jägern im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg.

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Diese Aufzeichnungen waren bislang völlig unbekannt und wurden erst vor wenigen Jahren von Prof. Dr. Gräf in einem privaten Nachlass entdeckt. Die Besonderheit, die diesem Tagebuch ihre herausragende Bedeutung verleihen, lässt sich in drei Punkten fassen: Anders als in den Regimentsjournalen werden hier die sehr persönlichen Eindrücke von Land und Leuten ebenso wie die Erlebnisse während der Kampfhandlungen und in den monatelangen Winterquartieren beschrieben. Darüber hinaus liefert Hildebrandt den einzigen Bericht über die Beteiligung der Hessen-Hanauer an der abenteuerlichen Expedition des britischen Brigadegenerals Barry St. Leger und der Belagerung des Fort Stanwix im August 1777, deren Scheitern wiederum als eine Voraussetzung für den amerikanischen Erfolg bei Saratoga und damit für die militärische Wende des Krieges gilt. Schließlich lernte Hildebrandt die Lebensgewohnheiten und Kriegsbräuche der Indianer und der „Canadienser“, also den Frankokanadiern, aus nächster Nähe kennen, wodurch seine Aufzeichnungen als einzigartige Quelle für die Gesellschaft in dem erst anderthalb Jahrzehnte zuvor in britischen Besitz gelangten Kanada gelten dürfen.

Mit dieser Edition wird somit wichtiges Material zur Verfügung gestellt, das die Geschichte des Amerikanischen Unabhängigkeitskrieges und den Einsatz der hessischen Truppen ebenso berührt wie die frühe Landeskunde und Ethnographie Kanadas sowie die Fragen der Selbst- und Fremdwahrnehmung im inter- bzw. transkulturellen Kontakt. In Zusammenarbeit mit dem Marburger Zentrum für Kanadastudien (MZKS) wird bereits an einer Übersetzung dieses Materials gearbeitet, die Ende 2012/Anfang 2013 in einem kanadischen Verlag erschienen soll. Nach den im Rahmen eines DFG-geförderten Projektes 2010 erschienenen Briefen und dem Tagebuch des Georg Ernst von und zu Gilsa (1740-1798), wird in Kooperation des Hessischen Landesamtes für geschichtliche Landeskunde und dem Fachgebiet Frühe Neuzeit mit diesem Band eine zweite bislang unbekannte und wichtige Quelle zum Einsatz hessischer Truppen im Amerikanischen Unabhängigkeitskrieg vorgelegt.

Kontakt

Prof. Dr. Holger Gräf
E-Mail

Zuletzt aktualisiert: 21.12.2011 · Jürgen Nemitz

 
 
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