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Lehrveranstaltungen im aktuellen Semester (SoSe 2012)

Vorlesung

Geschichte des Völkerstrafrechts im 20. Jh. (06 083 00035)

Prof. Dr. Eckart Conze/Prof. Dr. Christoph Safferling
Do 14-16
113 Hörsaalgebäude Biegenstraße 14

Die Vorlesung beleuchtet die Entwicklung des Völkerstrafrechts aus historischer und rechtswissenschaftlicher Sicht, wendet sich also an Studierende der Rechtswissenschaft und der Geschichte, aber auch an Studierende anderer Disziplinen mit einem Interesse an der rechtlichen Dimension internationalen Beziehungen. Mit der Errichtung eines Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag (1998/2002) hat die Entwicklung des Völkerstrafrechts an der Schwelle zur Gegenwart ein neues Stadium erreicht. Der Weg von den ersten Bemühungen, Kriegsverbrechen zu sanktionieren, im 19. Jahrhundert, bis hin zu einer internationalen Strafrechtsordnung (zur Ahndung von Völkermord, Verbrechen gegen den Frieden und Verbrechen gegen die Menschlichkeit) am Beginn des 21. Jahrhunderts war jedoch alles andere als geradlinig. Erfolge und Rückschritte wechselten sich ab, und immer wieder zeigte sich der bestimmende Einfluss der internationalen Politik auf diesen Prozess. Vor diesem Hintergrund wird die Vorlesung die Etappen der Entwicklung des Völkerstrafrechts beleuchten und sie geschichtswissenschaftlich und juristisch einordnen.

Einführende Literatur: Heiko Ahlbrecht: Geschichte der völkerrechtlichen Strafgerichtsbarkeit im 20. Jahrhundert, Baden-Baden 1999; Gerd Hankel / Gerhard Stuby (Hg.): Strafgerichte gegen Menschheitsverbrechen, Hamburg 1995; Leipzig – Nürnberg – Den Haag: Neue Fragestellungen und Forschungen zum Verhältnis von Menschenrechtsverbrechen, justizieller Säuberung und Völkerstrafrecht, hg. vom Justizministerium des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf 2008; Christoph Safferling: Internationales Strafrecht, Heidelberg 2011.

 


Proseminare

Internationale Konkurrenz als nationale Bedrohung. Deutschland im Globalisierungsschock (06 083 00045)

Dr. Wencke Meteling
Do14-16
WRStr. 10C05

 Die Geschichte der Internationalisierung der Wirtschaft wurde und wird von nationalen Konkurrenz- und Bedrohungsszenarien flankiert. Im Proseminar untersuchen wir diesen Zusammenhang am Beispiel der Bundesrepublik seit den 1970er Jahren. Damals trat die Internationalisierung der Wirtschaft, häufig unter dem Schlagwort des „Strukturwandels“ oder der „Deindustrialisierung“ diskutiert, verstärkt ins öffentliche Problembewusstsein, weil arbeitsintensive Produktionszweige zunehmend rationalisiert oder in Billiglohnländer verlagert wurden, was vor allem als Verlust von Arbeitsplätzen wahrgenommen wurde. Sorgenvoll blickten Kommentatoren und Wirtschaftsvertreter außerdem auf die US-amerikanische und japanische Konkurrenz im Hochtechnologie- und im expandierenden Dienstleistungssektor, welche die Fundamente des Wohlstandes in der Bundesrepublik als führender Industrienation zu unterspülen drohte. Angesichts der vielfältigen Probleme bei der marktwirtschaftlichen Transformation ostdeutscher Betriebe nach der Wiedervereinigung und der verschärften internationalen Konkurrenz auf den Güter- und Kapitalmärkten (Untergang des Kommunismus, Europäischer Binnenmarkt, WTO) häuften sich Anfang bis Mitte der 1990er Jahre wirtschaftliche Krisen- und Bedrohungsperzeptionen. Über Deutschland sei der „Globalisierungsschock als Denationalisierungsschock“ besonders hart hereingebrochen, diagnostizierte der Soziologe Ulrich Beck.

Das Proseminar versteht sich zugleich als Einführung in das Studium der Neueren Geschichte und vermittelt Handwerkstechniken der Geschichtswissenschaft. Arbeitsgrundlage für die einzelnen Sitzungen sind deutsch- und englischsprachige Basistexte (Forschungsliteratur und Quellen) im Umfang von ca. 30 bis 50 Seiten, die es jede Woche vorzubereiten gilt. Zusätzliche eigene Lektüre zum eigenen Thema wird semesterbegleitend vorausgesetzt.

 

Hauptseminare

"Deutschland über alles …“. Außenpolitische Vorstellungen der deutschen Nationalbewegung 1800-1870 (06 083 00041)

Prof. Dr. Eckart Conze
Do 16-18
WRStr. 09C12

Die Geschichte der deutschen Nationalbewegung und der Weg hin zum Nationalstaat ist oft erzählt worden. Doch wie sollte er aussehen, der erstrebte, ja ersehnte deutsche Nationalstaat? Wie sollte er sich einfügen in das europäische Staatensystem? Welche Außenpolitik sollte er betreiben? Welche außenpolitischen Vorstellungen entwickelten – in unterschiedlichen Phasen – verschiedene Angehörige und Gruppen der deutschen Nationalbewegung? Das Spektrum der Ideen reicht von pazifistischen Völkerbundskonzepten bis hin zu aggressiven, zum Teil schon rassistischen Dominanzansprüchen. Insbesondere in den außenpolitischen Debatten der deutschen Nationalversammlung in der Paulskirche (1848/49) bündeln sich die Konzepte wie in einem Brennglas.

Einführende Literatur: Hans-Werner Hahn /Helmut Berding: Reformen, Restauration und Revolution, 1806-1848/49 (Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 14), Stuttgart 2010; Friedrich Lenger: Industrielle Revolution und Nationalstaatsgründung (Gebhardt, Handbuch der deutschen Geschichte, Bd. 15), Stuttgart 2003; Frank Lorenz Müller: Die Revolution von 1848/49, Darmstadt 2002; Siegfried Weichlein: Nationalbewegungen und Nationalismus in Europa, Darmstadt 2006.


Übung

Quellenlektüre zur Geschichte des Völkerstrafrechts (06 083 00036)

Prof. Dr. Eckart Conze
Fr 10-12
WRStr. 09C12

In dieser Übung werden – begleitend zur Vorlesung „Geschichte des Völkerstrafrechts“ – Quellentexte zur Entwicklung des Völkerstrafrechts seit dem 19. Jahrhundert gelesen und analysiert. Das Spektrum der Texte reicht von außenpolitischen Dokumenten über Prozessakten, beispielsweise aus den Nürnberger Prozessen nach 1945, bis hin zu Memoirenliteratur.


Oberseminar / Kolloquium

Theorieprobleme und Methodenfragen (Fortsetzung) (06 083 00042)

Prof. Dr. Eckart Conze
Mi 18-20
WRStr. 05C06

Das Oberseminar richtet sich an Examenskandidaten und Doktoranden, soll aber nicht nur der Präsentation und Diskussion laufender Arbeiten dienen, sondern auch – wenn nicht vor allem – der gemeinsamen, lektüregestützten Diskussion von theoretischen und methodischen Entwicklungen unseres Faches.
Persönliche Anmeldung in der Sprechstunde

Zuletzt aktualisiert: 11.04.2012 · Gerhard2

 
 
 
Fb. 06 - Geschichte und Kulturwissenschaften

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