Historisches
Durch Jahrhunderte hindurch nahezu unverändert in ihren wesentlichen
Bestandteilen erhebt sich die Häuserkulisse der Altstadt über dem
Lahntal.
Marburg hat 1972 das 750jährige Stadtjubiläum gefeiert. Burg und Marktsiedlung sind jedoch viel älter. Nach jüngsten Forschungen reichen die ersten Anfänge der Burganlage sogar bis ins 9./10. Jh. zurück.
Große Bedeutung erhielt die Stadt aber erst, als Landgräfin Elisabeth von Thüringen Marburg 1228 als Witwensitz wählte. Sie baute ein Hospital, in dem sie sich bei der Pflege von Kranken und Gebrechlichen aufopferte. Obwohl sie bereits mit 24 Jahren starb (1231), gilt sie bis heute als die bedeutendste Persönlichkeit, die je in Marburg wirkte. Schon 1235 wurde sie heilig gesprochen und der Deutsche Orden begann noch im gleichen Jahr, über ihrem Grab die Elisabethkirche zu erbauen, die zu den schönsten gotischen Bauten in Deutschland gehört.
Zwischen 1248 und 1604 war Marburg - mit einigen Unterbrechungen - Residenz der Landgrafen von Hessen, unter anderen auch Landgraf Philipp, der Großmütige. 1527, in der Zeit der Reformation, gründete dieser in Marburg die erste protestantische Universität, die seitdem für die Stadt der wichtigste Wirtschaftsfaktor war und bis heute geblieben ist.
An der Philipps-Universität lehrten und studierten viele historisch bedeutende und bekannte Persönlichkeiten. So war beispielsweise Robert Wilhelm Bunsen, der Entdecker der Spektralanalyse und Erfinder des Bunsenbrenners, von 1831 bis 1851 Professor an der Philipps-Universität. Otto Hahn, Entdecker der Kernspaltung und Nobelpreisträger, studierte in Marburg. Von besonderer Bedeutung für Pharmazie und Medizin: Emil von Behring, Nobelpreisträger 1901, Entdecker des Diphterieserums und Gründer der Behring-Werke im Stadtteil Marbach. Er lehrte von 1895 bis 1917 an der Philipps-Universität. Sein Haus in der Wilhelm-Roser-Strasse ist heute Sitz des Dekanats des Fachbereichs Pharmazie.

