Hintergrund: Digitale Telefonleitungen zum Endkunden
ISDN wurde Ende der 70er Jahre mit dem Ziel entwickelt, die praktisch überall vorhandenen Telefonleitungen für die Übertragung von Daten in digitaler Form zu nutzen. Dabei sollte eine digitale Leitung mit wenig Aufwand direkt zum Teilnehmer gebracht werden (Englisch: DSL = Digital Subscriber Line = Digitale Teilnehmeranschlußleitung). Die Standardisierung erfolgte dabei so, daß über ISDN-Anschlüsse prinzipiell beliebige Daten- und Telefon-Dienste bereitgestellt werden können. In technischer Hinsicht wurden die ISDN-Normen an vielen Stellen 'konservativ' ausgelegt, d.h. es wurden feste, niedrige Bitraten (64 kBit/s pro Nutzkanal) definiert, die mit einem entsprechend schmalen Frequenzband (<48 kHz) auskommen und deshalb auch auf langen Leitungswegen bis zu 8 km ohne Zwischenverstärker übertragen werden können (sog. U K0-Schnittstelle).
Um der zunehmenden Nachfrage nach höherer Übertragungsgeschwindigkeit beim Endkunden gerecht zu werden, wurde in den 90er Jahren eine ganze Familie von Techniken entwickelt und standardisiert, die u.a. die bei ISDN brachliegenden Frequenzbereiche ausnutzen (xDSL-Techniken). Von diesen Techniken ist für Privatanwender derzeit nur ADSL (AsymmetricDigitalSubscriberLine) interessant. Für ADSL-Verbindungen kommen spezielle Modems zum Einsatz. Der Anschluß des PC an das ADSL-Modem erfolgt dabei in der Regel über eine Ethernet-Schnittstelle mit PPP over Ethernet nach RFC 2516 als Trägerprotokoll für TCP/IP. Treiber für dieses Protokoll sind für alle gängigen PC-Betriebssysteme (Windows, Linux, MacOS) erhältlich. Aufgrund der vollständigen Aufteilung der Frequenzbereiche arbeitet T-DSL auf dem bereits vorhandenen Telefonkabel parallel zu einem Analog- oder ISDN-Telefonanschluß, ohne diesen zu stören (Trennung durch Splitter). Dabei werden Übertragungsgeschwindigkeiten von 64 kBit/s bis 1 MBit/s vom Kunden weg (Upstream) und zwischen 384 kBit/s und 16 MBit/s zum Kunden hin (Downstream) erreicht.


