Uni Marburg gewinnt erneut Hochschulmeisterschaften im Rudern
Hannover. Ein Freudestrahlen zeichnet sich auf den vor Anstrengung erschöpften Gesichtern der Ruderinnen und Ruderer der Universität Marburg ab: Zum dritten Mal in Folge gelang es dem Ruder-Team den Uni-Cup auf Deutschen Hochschulmeisterschaften (DHM) zu dominieren und den Titel zu verteidigen. Spannend blieb es dabei bis zum letzten Rennen, in welchem der gesteuerte Mixed-Doppel-Vierer um Schlagmann Martin Wiemer das entscheidende Gold für die Philipps-Universität holte.
In den Rennen davor konnten sich einer der beiden Frauen-Doppel-Vierer, sowie der gemischte Achter des Teams erfolgreich mit jeweils einem zweiten Platz gegen die Boote der anderen Universitäten durchsetzen. Beide erreichten in ihren Bootsklassen jeweils den zweiten Platz auf der Siegertreppe. Um nur wenige Hundertstel-Sekunden verfehlte der zweite Frauenvierer Bronze im Finale. Einen fünften Platz holten die Männer im gesteuerten Doppel-Vierer. Einzig nicht den Einzug ins Finale schaffte das zweite Männerboot, das sich nach technischen Problemen im Vorlauf nur für das C-Finale qualifizieren konnte, dieses aber souverän gewann.
Der Frauen-Bundesliga-Achter der Universität Marburg trat ebenfalls auf der DHM an und erreichte einen sechsten Platz im Finale. Erstmalig starteten sie dabei auf einer Regatta mit dem neuen, kurz zuvor angeschafften Rennachter „some people live their dreams…“. Die Anschaffung des fast 30.000 Euro teuren Bootes kostete die Studierenden und ihren Trainer viele Kosten und Mühen – doch der Aufwand hat sich gelohnt, selbst auf den Hochschulmeisterschaften ernteten sie viele anerkennende und neidvolle Blicke. Mit seinem neuen Flagschiff wird das Ruderteam der Philipps-Universität in den nächsten Jahren technisch konkurrenzfähig sein und auch den großen und finanzstarken Vereinen Paroli bieten können.
Mit der Tatsache, dass dieses Boot zwar im Hinblick auf die Bundesliga angeschafft wurde, jedoch seine ersten Einsätze auf der DHM findet, schließt sich ein Kreis: Für viele, die dieses Boot erst möglich gemacht haben, war einstmals die Teilnahme bei der DHM im Nachwuchsbereich das erste große Ziel im Rudersport.
Zum Einen sind es die sportlichen Leistungen der Studierenden und der erneute Gesamtsieg auf den Deutschen Hochschulmeisterschaften 2010, die die außerordentliche Ausbildungsarbeit der drei Trainer - Daniel Riechmann, Hendryk Planz und Eric Seipp – auszeichnen. Zum Anderen findet diese aber auch Ausdruck in der Motivation und Leidenschaft, mit der ihre Schützlinge diesen Sport weiterverfolgen und sich für ihn einsetzen. Zeichen dafür sind sicherlich der Sprung in die Bundesliga, aber auch die Worte des jungen Frauen-Teams im Gig-Doppelvierer: „Vor einem Jahr haben wir mit dem Rudern angefangen. Wir haben gemeinsam hart dafür trainiert heute im Finale zu stehen und ein Rennen an der Spitze entscheidend mit zu gestalten. Die Deutschen Hochschulmeisterschaften 2011 in Münster gehören uns: Die werden wir gewinnen!“, versprechen sie und geben damit einem Teil des zukünftigen Marburger Rudersports Kontur.
Für die zukünftigen Sieger des Mixed-Achter Rennens im Uni-Pokal stiftete die Universität Marburg den Enno-Harms-Gedächtnis-Pokal. Enno Harms, bis zu seinem Tod im vergangenen August Disziplinchef des Ruderns im adh, hatte sich über viele Jahre hinweg im Hochschulrudern insbesondere für die Anfängerausbildung an den Universitäten eingesetzt – eine Idee, die in Marburg gelebt wird. Von den fast 400 Ruderinnen und Ruderern der Philipps Universität sind viele erst durch die Anfängerkurse zum Rudersport gekommen. Erstmals ging der Preis in diesem Jahr an den Mixed-Achter der Leibniz-Universität Hannover.
Änneken Siegmund

