29.08.2025 Asteroid zu Ehren des Marburger Ägyptologen Rainer Hannig benannt

Am 11. August 2025 hat die Internationale Astronomische Union (IAU) dem Asteroiden des mittleren Hauptgürtels mit der Nummer (426524) 2013 RH52 offiziell den Namen (426524) Rainerhannig verliehen – eine außergewöhnliche Ehrung für den Marburger Ägyptologen Prof. Dr. Rainer Hannig (1952–2022).

Rainer Hannig war eine herausragende Persönlichkeit der deutschen Ägyptologie. Sein wissenschaftlicher Werdegang begann mit einem Studium der Ägyptologie, Sprachwissenschaften und Sozialarbeit. Promoviert wurde er an der Universität Heidelberg bei Jan Assmann mit einer Dissertation über das mittelägyptische Verbalsystem. Seine Karriere führte ihn an zahlreiche Stationen, unter anderem nach Kairo, Marburg, Hildesheim und sogar bis nach Changchun in China, wo er zwischen 1984 und 1987 als erster Dozent für Ägyptologie an einer chinesischen Universität (Northeast Normal University) lehrte.

Seine Leidenschaft galt der Erforschung und Bewahrung des pharaonischen wie auch des koptischen Erbes. Er war über viele Jahre mit Museen und Ausgrabungsprojekten verbunden und machte unter anderem die bedeutende Entdeckung des Grabes von Iri-en-achti, einem bis dahin unbekannten Wesir der 6. Dynastie, im Rahmen eines DFG-geförderten Forschungsaufenthalts in Ägypten. Gemeinsam mit Günter Dreyer leitete er ab 2002 das Wesirgrab-Projekt des Deutschen Archäologischen Instituts auf dem Mastabafriedhof des Pyramidenkomplexes von Gizeh.

Ab 2003 lehrte Hannig als Honorarprofessor Ägyptologie an der Philipps-Universität Marburg, wo er sich 2008 habilitierte. Bis 2014**war er am Centrum für Nah- und Mittelost-Studien (CNMS) in Forschung und Lehre tätig.

International bekannt ist Rainer Hannig vor allem als Autor der Hannig-Lexica, einer weltweit einzigartigen Wörterbuchreihe. Die bislang fünf erschienenen Bände versammeln zehntausende altägyptische Wörter aus hieroglyphischen und hieratischen Texten vom Alten bis zum Neuen Reich und gelten als Standardwerke der Ägyptologie.

Mit der Benennung des Asteroiden (426524) Rainerhannig würdigt die Internationale Astronomische Union nun das Lebenswerk eines Wissenschaftlers, der sich mit unermüdlichem Engagement der ägyptologischen Forschung verschrieben hatte. Diese Ehrung bringt seine Verdienste sprichwörtlich zum Strahlen – diesmal im All.