21.07.2026 Blockchain Summit 2026 des IRDi in Mailand

Internationaler und interdisziplinärer Austausch zu digitalem Finanzwesen, Künstlicher Intelligenz und Regulierung

Vom 6. bis 10. Juli 2026 fand in Mailand der Blockchain Summit 2026 im Rahmen des BMJV-Projekts „Smart Contracts and Consumers (SmaCo)“ unter dem Leitthema „Digital Finance, AI and Regulation“ statt. Die internationale Fachkonferenz wurde vom Institut für das Recht der Digitalisierung (IRDi) der Philipps-Universität Marburg gemeinsam mit der Bocconi University, der Universität Luzern, der Universität Wien und der Universität Zürich veranstaltet. Austragungsorte waren die Bocconi University sowie der Fintech District in Mailand.

Der dreitägige Summit brachte Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, Vertreterinnen und Vertreter der Finanzaufsicht sowie Fachleute aus der Unternehmens- und Beratungspraxis zusammen. Im Mittelpunkt standen aktuelle rechtliche und regulatorische Fragen an den Schnittstellen von Blockchain-Technologie, digitalen Finanzmärkten und Künstlicher Intelligenz. Das Programm reichte von der Regulierung dezentraler Finanzmärkte und der Liquidität digitaler Vermögenswerte über Stablecoins und den Anlegerschutz bis hin zu KI-Agenten, Desinformationskampagnen und dem Schutz menschlicher Vulnerabilität.

Der Fachbereich Rechtswissenschaften der Philipps-Universität Marburg war mit mehreren Beiträgen vertreten. Emma Kiem untersuchte die verschuldensunabhängige Haftung für KI-Agenten im deutschen Recht. Laurenz Wagner befasste sich mit den verbraucherrechtlichen Herausforderungen autonomer KI-Agenten. Julian Bückert verband Fragen der Kryptoregulierung und des Anlegerschutzes mit Erkenntnissen der Verhaltensökonomie, während David Filip den rechtlichen Rahmen zur Bekämpfung digitaler Desinformationskampagnen ausländischer Staaten analysierte.

Prof. Dr. Sebastian Omlor leitete mehrere Tagungsabschnitte und widmete sich in seinem Vortrag dem Wettbewerb zwischen privatwirtschaftlich emittierten Commercial Bank Money Tokens und staatlichen digitalen Zentralbankwährungen. Die anschließenden Beiträge zur türkischen CBDC-Diskussion und zur Zukunft tokenisierten Geldes eröffneten eine international vergleichende Perspektive auf die künftige Ordnung des digitalen Zahlungsverkehrs. Weitere Vorträge behandelten die verfassungsrechtlichen Grenzen algorithmischer Macht, programmierbare Zahlungen sowie die rechtliche Architektur tokenisierter Finanzmärkte.

Den Abschluss bildete eine hochrangig besetzte Podiumsdiskussion zur internationalen Praxis auf Kryptomärkten. Vertreterinnen und Vertreter aus Technologieunternehmen, Kanzleien und der Risikoberatung diskutierten Fragen der Governance, des Risikomanagements und der praktischen Umsetzung regulatorischer Vorgaben. Die Schlussworte sprach Prof. Dr. Sebastian Omlor.

Der Blockchain Summit 2026 unterstrich erneut die Bedeutung des internationalen und interdisziplinären Austauschs für die wissenschaftliche Begleitung des digitalen Wandels. Die enge Zusammenarbeit der beteiligten Universitäten sowie der Dialog zwischen Forschung, Aufsicht und Praxis ermöglichten es, technologische Innovationen nicht isoliert, sondern im Zusammenhang mit ihren privatrechtlichen, regulatorischen und gesellschaftlichen Auswirkungen zu untersuchen.