03.02.2026 EKW backstage - Demokratie auf dem Prüfstand: Wie die AfD ein 'demokratisches Image' formte
Zusatztermin für das Institutskolloquium EKW backstage am 11.02.2026, 16 c.t.
Demokratie auf dem Prüfstand: Wie die AfD ein 'demokratisches Image' formte
Dr. April Lucille Reber
Demokratische Regierungen weltweit verfolgen zunehmend den Ansatz, dass der Schutz der Demokratie im Ausschluss von Extremismus liegt. Deutsche Regierungen und die Zivilgesellschaft entwickelten offizielle und inoffizielle Schutzmaßnahmen für die Demokratie. Deren Wirksamkeit hängt davon ab, zu wissen, wer demokratisch und wer extremistisch ist.
Das Problem: Die Bedeutung dieser Begriffe ändert sich mit der vorherrschenden Meinung. Die Schutzmaßnahmen für die Demokratie basieren auf Begriffen mit wechselnden Konnotationen.
Die AfD galt und gilt weithin als die extremistische Bedrohung, die zum Schutz der deutschen Demokratie in Schach gehalten werden muss. Das Etikett „extremistisch“ löste eine potenzielle Existenzkrise für die Partei aus. Ihr drohte der Ausschluss aus der deutschen Politik. Sie musste ihr Bekenntnis zur Demokratie unter Beweis stellen.
Die Meta-Fragen lauten: (1) Wie erkennen die Menschen, was demokratisch und was extremistisch ist? (2) Inwiefern könnten solche Benennungspraktiken grundlegende Schwächen gängiger Demokratiekonzepte aufdecken?
Dieser Vortrag untersucht anhand mehrerer Beispiele die Bedeutung der Begriffe „Extremismus“ und „Demokratie“ und basiert auf dem demnächst erscheinenden Buch Testing Democracy: How Alternative for Germany Crafted a Democratic Identity.
Der Vortrag findet im Rahmen des Institutskolloquiums "EKW backstage" am Mittwoch, 11.02.2026, 16 Uhr c.t. im Hörsaal des Instituts statt und richtet sich an alle Interessierten.
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