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Lokale Klimainitiativen im Spannungsfeld regionaler Voraussetzungen, nationaler Politiken und globaler Programme

Ein Teilprojekt im BMBF-geförderten Verbundprojekt „Soziale Klimawandelfolgen und Nachhaltigkeitsinnovation im südlichen Afrika und dem nördlichen Südamerika“ (NISANSA)

Menschen am  Rio Lurio in Mosambik
Foto: Daniela Triml-Chifflard

Die Frage adäquater sozialer Reaktionen auf Klimawandelfolgen ist eine der zentralen Herausforderungen für die Zukunft. Westliche Diskurse fokussieren dabei zumeist auf den globalen Norden und einzelne ikonische Regionen wie die Arktis oder pazifische Inselstaaten. Mit welchen Klimawandelfolgen aber sind die Länder des globalen Südens konfrontiert? Wie thematisieren sie Klimawandel und seine Folgen, welche sozialen Konsequenzen resultieren und welche Möglichkeiten existieren, darauf zu reagieren? Mit welchen Programmen und institutionellen Strukturen wird dem Klimawandel begegnet und welche Praktiken nachhaltigen Handelns entstehen dabei?

In insgesamt sieben Teilprojekten geht das interdisziplinäre Verbundprojekt zwischen der Philipps-Universität Marburg und der Justus-Liebig-Universität Gießen seit Juli 2021 diesen Fragen in Ländern des südlichen Afrikas (Angola, Botswana, Malawi, Mosambik, Namibia, Südafrika) und des nördlichen Südamerikas (Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Venezuela) nach. Ziel ist es, in transregionaler und vergleichender Perspektive fundiertes Wissen über die sozialen Konsequenzen der Klimawandelfolgen in diesen Regionen zu generieren. Damit will das Projekt die aktuelle Klimaforschung systematisch um regional- und sozialwissenschaftliche Blickwinkel ergänzen, um auch politische und kulturelle Transformationensprozesse sowie damit verbundene Unsicherheiten, neue Konfliktfelder aber auch Innovationen und kreative Antworten in der vornehmlich naturwissenschaftlich geprägten Auseinandersetzung zu berücksichtigen.

Eines der sieben Teilprojekte ist am Fachgebiet Sozial- und Kulturanthropologie angesiedelt. Uns interessieren insbesondere Handlungsstrategien und Wissensformen lokaler Klimainitiativen in Pará (Brasilien), Magdalena (Kolumbien) und Niassa (Mosambik). Wir wollen herausarbeiten, welche Strategien solche Initiativen in diesen drei Regionen verfolgen und welcher Wissensformen sie sich dabei bediehnen, aber auch, wie globale Programme und nationale Politiken zur Klimawandelfolgenanpassung auf lokaler und regionaler Ebene umgesetzt werden und wirken. Welche Spannungsfelder entstehen in diesem komplexen Gefüge zwischen Akteuren, deren Vorhaben und Wissensformen? Welche Synergien ergeben sich und welche Herausforderungen und Potentiale für Nachhaltigkeitsinnovation zeigen sich?

In den nächsten drei Jahren werden wir diesen Fragen empirisch mittels ethnographischen Feldforschungen, problemzentrierten Expert*inneninterviews, sowie durch die Inhaltsanalyse von Programmen, öffentlichen Diskursen und etablierten Anpassungsmaßnahmen nachgehen.

Leitung des BMBF Verbundprojektes: Prof. Dr. Simone Strambach, Prof. Dr. Ernst Halbmayer und Prof. Dr. Jörn Ahrens
Leitung Teilprojekt „Lokale Klimainitiativen“: Prof. Dr. Ernst Halbmayer
Wissenschaftliche Mitarbeiterin: Dr. Michaela Meurer
Studentische Hilfskraft: N.N.
Laufzeit: 2021 – 2024
Finanzierung: Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF); Förderlinie Regionalstudien
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