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Zeit, Raum und Resonanz

Foto: Sylvia Matzke
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Institut für Bildende Kunst eröffnet neue Atelierräume in ehemaliger Wäscherei

„Kunst braucht Zeit, Raum und Resonanz“, konstatierte der geschäftsführende Direktor des Instituts für Bildende Kunst, Professor Eckhard Kremers, anlässlich der Eröffnung der neuen Masterateliers in der Rudolf-Bultmann-Straße 4b. Rund 150 geladene Gäste nahmen an der Eröffnungsfeier am Freitag, dem 10. Juni, teil und nutzten die Gelegenheit, die Atelierräume in Augenschein zu nehmen, die in der ehemaligen, 1963 fertig gestellten Zentralwäscherei des Universitätsklinikums entstanden sind. Die Räume wurden im Verlauf eines Jahres zu Atelierräumen für die Studierenden des neuen Masterstudiengangs Bildende Kunst – Künstlerische Konzeptionen umgebaut. Im Erdgeschoss des mit gelben Klinkern ausgefachten Stahlskelettbaus stehen den Studierenden nun sechs große Räume mit 30 Atelierplätzen zur Verfügung. Außerdem fanden zwei Atelierräume für Dozenten, ein Multifunktionsraum, Lagerräume sowie eine Malküche und Sanitärräume in dem dreigeschossigen Gebäude Platz. 

Die Eröffnung der Masterateliers sei das erfreuliche und erfolgreiche Ende jahrelanger Bemühungen, einen kunstpraktischen Hauptfachstudiengang in Marburg zu etablieren, freute sich Kremers in seiner Ansprache. Hier fänden die Studierenden nun den nötigen Raum, um „in der gegenseitigen Auseinandersetzung und in der Diskussion mit den Lehrenden künstlerische Prozesse verfolgen zu können". Diesen Aspekt betonte auch Uni-Präsidentin Professorin Dr. Katharina Krause: Sie wisse aus ihrer eigenen Erfahrung als Hochschullehrerin, dass gerade die Verknüpfung von künstlerischer Praxis und Theorie sehr fruchtbar und anregend sei, sagte sie in ihrem Grußwort. Der Direktor des Gerhard-Marcks-Hauses Bremen, Dr. Arie Hartog, skizzierte in seinem Festvortrag „Das zweite Bild, oder wie die Sprache in die Bilder kam“ die Entstehung einer Bildsprache in der Kunst durch Bezogenheit: „Oft wird gefragt, was Kunst sei, doch niemand hinterfragt den Begriff Bildende Kunst." Bildende Kunst als kreativer Schöpfungsakt sei geprägt durch Intention, piktorale Differenz und Sprache. „In den neuen Ateliers“, so Hartog, „wird sowohl die Schriftsprache als auch die Bildsprache untersucht und festgehalten werden“.

Mit dem Umbau erhielt das Institut aber nicht nur die dringend benötigten Arbeitsräume, sondern auch die Möglichkeit, die Arbeiten der Studierenden künftig bei einem jährlichen Rundgang der Öffentlichkeit zu präsentieren. Denn, so Kremers: „Kunst braucht Resonanz – sie will auch gezeigt werden.“ Im Rahmen der Nacht der Kunst am Samstag, dem 18. Juni 2011, können alle Interessierten sowohl die Ateliers als auch die Ausstellung mit Arbeiten der Masterstudierenden von 18.00 bis 22.00 Uhr besichtigen.

(Ellen Thun)

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