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Trabanten: Maja Wilhelmi

Aufnahme © Institut für Bildende Kunst/ Anja Köhne
Detailansicht Maja Wilhelmi

Seit Dezember 2018 zeigen einzelne Studierende des Instituts für Bildende Kunst der Philipps-Universität in der Nische im Foyer des Marburger Kunstvereins im Wechsel künstlerische Arbeiten, die das hohe Niveau der Lehre an diesem Institut zeigen. Das vielfältige Spektrum der Arbeiten wird Druckgrafik, Malerei, Skulptur, Installation und Neue Medien umfassen.

Diese kleinen, aber feinen Präsentationen ergänzen die jeweilige Ausstellung in den großen Räumen des Kunstvereins – kreisen also sozusagen wie Trabanten in ihrer Umlaufbahn um größere Planeten.

Die Reihe wird fortgesetzt mit einer Arbeit aus der Serie holes von Maja Wilhelmi.

Maja Wilhelmi verbindet Siebdruck und Zeichnung auf eigensinnige Weise. Steht der Siebdruck zunächst für Wiederholbarkeit und die Möglichkeit, massenhafte Großauflagen herstellen zu können, nutzt sie diese Technik zur Herstellung von malerisch wirkenden Unikatdrucken, auf die sie intuitiv mit verschiedenen zeichnerischen Strukturen aus vernähten Fäden oder Collagen reagiert. Die mal akribischen Muster, mal annähernd organischen Zeichnungen, die sie per Hand entweder systematisch oder intuitiv über die gedruckten Flächen mit farbigen Fäden näht, werden von dezenten, auf den ersten Blick nicht sichtbaren Abweichungen vom Muster durchzogen.

Jenseits einer gegenständlichen Bildrealität thematisiert die junge Künstlerin so grundsätzliche Variablen künstlerischer Entstehungsprozesse, indem sie sich auf ein konzentriertes Spiel zwischen Zufall und Kontrolle einlässt. Die Aufgabe eigener, idealer Vorstellungen einer zunächst geplanten Arbeit und die sensible Reaktion auf die ersten praktischen Arbeitsschritte verbinden sich zu überzeugenden Bildgefügen von reizvoll hoher Komplexität.

Maja Wilhelmi studiert Bildende Kunst – Künstlerische Konzeptionen und Philosophie an der Philipps-Universität Marburg.

2198(1), aus der Serie holes, 2019, Siebdruck/Nähgarn, 100 cm x 70 cm

(Dr. Carola Schneider, Prof. Klaus Lomnitzer)

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