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Trabanten: Stefanie Profus

Seit Dezember 2018 zeigen einzelne Studierende des Instituts für Bildende Kunst der Philipps-Universität in der Nische im Foyer des Marburger Kunstvereins im Wechsel künstlerische Arbeiten, die das hohe Niveau der Lehre an diesem Institut zeigen. Das vielfältige Spektrum der Arbeiten wird Druckgrafik, Malerei, Skulptur, Installation und Neue Medien umfassen.

Diese kleinen, aber feinen Präsentationen ergänzen die jeweilige Ausstellung in den großen Räumen des Kunstvereins – kreisen also sozusagen wie Trabanten in ihrer Umlaufbahn um größere Planeten.

Die Reihe wird fortgesetzt mit Arbeiten aus der Reihe auf augenhöhe von Stefanie Profus.

In unterschiedlich starken Abstraktionen verfremdet Stefanie Profus ihren Körper durch die Haltung und den gewählten Bildausschnitt und reduziert ihn auf eine Rückenansicht, die sich von historischen Idealbildern distanziert und gleichzeitig mit den tradierten Seherfahrungen spielt.
Mittels des Mediums der Schwarzweißfotografie wirkt der Körper vor dem dunklen Hintergrund isoliert. In den Bildern werden eine klare Formsprache und zarte Verletzlichkeit deutlich. Die ursprünglich analogen Fotografien weisen in den digitalen Drucken eine weitere, der Intimität von Haut entgegengesetzte kühle Irritation auf. Seit vielen Jahren lebt Stefanie Profus mit der wendeltreppenartigen Wirbelformation – genannt Skoliose. In der Auseinandersetzung mit ihrem Körper in seiner verletzlichen Andersartigkeit sucht und findet sie Bilder von eigensinniger Schönheit.

Stefanie Profus (geb. 1994 in Siegen), studiert Bildende Kunst – Künstlerische Konzeptionen sowie Int. Development Studies in Marburg

o. T., aus der Reihe auf augenhöhe, 2018, Digitale Prints analoger Fotografien, Hahnemühle FineArt Baryta, 60 x 90 cm

(Dr. Carola Schneider, Prof. Klaus Lomnitzer)

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