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UNDERFROGS

Foto: Ully Meré
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Ausstellung im ATELIERFRANKFURT e.V.
27. Juni – 31. Juli 2025
VERLÄNGERT bis 20. August!
Ausstellungsraum: Basement

Faezeh Alavidamanabi, Yen-Lin Chen, Hannah L. Franke,
Klaus Lomnitzer, Ully Meré, Diego Olate,
Niels Christopher Pahl, Sara Tavangar, Fatemeh Talebi,
Carlotta Weber, Anna Sophie Weiß
Kuration: Miriam Wahl
Projektorganisation: Prof. Klaus Lomnitzer

Wer während der warmen Julitage die Treppen in das Basement des ATELIERFRANKFURT hinabgestiegen ist, tat mehr als in den Untergrund zu treten, um die Außenwelt und die Sommerhitze hinter sich zu lassen: Es war wie das abtauchen in eine andere Welt. Vom 27. Juni bis zum 31. Juli zeigten zehn Kunststudierende der Philipps-Universität Marburg in UNDERFROGS gemeinsam mit Klaus Lomnitzer (Professor in Marburg und Künstler im AF) im Basement des ATELIERFRANK-FURT ein reifendes künstlerisches Potenzial, das sich in der Peripherie der Kunstmetropole Frankfurt entfaltet. Kunst findet seit jeher in Metropolen statt, während sie abseits davon wenig wahrgenommen und nicht selten unterschätzt wird. Doch in Nischen, im Hinterland und im Untergrund brodelt es bisweilen überraschend. Das offenbarten auch die zehn jungen Positionen in UNDERFROGS durch ihre Vielfältigkeit, ihr künstlerisches Potenzial und die Qualität der Arbeiten. Das hat sich auch in der überaus positiven Resonanz auf UNDERFROGS gezeigt, sodass die Austellung aufgrund des großen Interesses bis zum 20.08. verlängert wurde.

Von der Idee zur Ausstellung

Entstanden ist UNDERFROGS aus einer institutsinternen Ausschreibung am Institut für Bildende Kunst der Philipps-Universität Marburg. 16 Studierende reichten ihre Bewerbungen bei der Jury ein. Die Jury, bestehend aus Friederike Walter (Bildende Künstlerin), Miriam Wahl (Bildende Künstlerin, Lehrbeauftragte am Institut für Bildende Kunst) und Klaus Lomnitzer (Bildender Künstler und Prof. ebda.), wählte aus allen eingereichten Bewerbungen zehn Positionen aus und lud diese zur Ausstellung ein. Nachdem die zehn ausgewählten Künstler:innen zur Ausstellung eingeladen wurden, übernahm dankenswerterweise Miriam Wahl, die selbst nicht als Künstlerin beteiligt war, die weitere Auswahl der Arbeiten sowie die Kuration der gesamten Ausstellung. Da Miriam Wahl selbst Künstlerin ist, gelang es ihr mit einem frischen Blick von außen nicht nur, die Arbeiten inhaltlich vielschichtig miteinander in Verbindung zu bringen, sondern auch eine visuelle Kommunikation zwischen den ver-schiedenen Werken herzustellen und UNDERFROGS zu einer intensiven Ausstellung zu machen, in der die Arbeiten der Künstler:innen gemeinsam auf ihre Weise von sichtbaren wie unsichtbaren Schichten erzählen. Neben der reinen Ausstellung gab es ein Rahmenprogramm, das den Austausch zwischen Publikum und den Künst-lerinnen und Künstlern vertiefte: eine Vernissage, das gesellige Abendformat „Fritten und Wein“, eine Kuratorinnenfüh-rung, einen Artist Talk, sowie eine Diskussion mit Persönlichkeiten aus dem Kunst- und Kulturbetrieb über berufliche Perspektiven und deren Erfahrungen. Geöffnet war die Ausstellung mittwochs, freitags und samstags jeweils von 16:00 bis 19:00 Uhr. Die Aufsichten wurden aus der Gruppe der Ausstellenden heraus organisiert, und pro Öffnungstag wurde UNDERFROGS von etwa 5 bis 10 Personen besucht. Die Resonanz auf UNDERFROGS war durchweg positiv, weshalb das ATELIERFRANKFURT den Künstler:innen anbot, die Ausstellung bis zum 20. August zu verlängern. Die beteiligten Künstler:innen von UNDERFROGS haben dieses Angebot dankend angenommen, weswegen die Ausstellung bis zum 20.08. geöffnet war. 

Die Stimmung im Untergrund

Nicht nur durch das kühle Basement im ATELIERFRANKFURT war das Betreten von UNDERFROGS wie das Abtauchen in eine andere Welt: Genauso wie die verschiedenen Arbeiten gemeinsam von sichtbaren wie unsichtbaren Schichten erzählen, präsentierte sich auch jedes Werk mit einer Eigenständigkeit, die jede Besucherin und jeden Besucher dazu eingeladen hat, in die jeweils eigene Welt einzutauchen – sofern man bereit war, sich darauf einzulassen. Obwohl bei jedem Werk in gewisser Weise lediglich eine Oberfläche mit Materialien wie Lack, Acryl, Papier, Kohle oder Stoff zu sehen ist, lassen die Künstler:innen diese Materialität in verschiedene Richtungen offen und durchlässig. Dadurch kann jede Arbeit sowohl im Zusammenhang der gesamten Ausstellung auf verschiedenen Ebenen untersucht werden, als auch für sich allein auf die unterschiedlichen Schichten des Unter- oder Hintergründigen hin durchdrungen werden. In einigen Fällen sind es körpernahe Empfindungen und emotionale, innerpsychische Zustände, die den Ausgangs-punkt der Künstler:innen bilden, sich ihren Weg durchs Material bahnen, mit dem Material verhandelt werden und sich als Empfindungen, Gefühle und Stimmungen den Betrachtenden mitteilen, mal sehr subtil, mal mit voller Wucht. Andere Werke hingegen öffnen eine Diskussion weniger im Emotionalen, sondern im Gedanklichen, beziehen sich auf Gesellschaftsstrukturen, binden Referenzen aus der Kunstgeschichte ein oder suchen ganz eigene Ordnungssysteme und Konzepte. Manche Werke thematisieren ihr Dasein als Kunstwerk, indem sie ihre Herstellungsbedingungen offenlegen, das Sehen und Angeschautwerden spiegeln oder mit der Wahrnehmung spielen. Wieder andere Werke beziehen sich besonders auf die sichtbare Welt, auf Natur, die Tier- und Pflanzenwelt und das Verhältnis des Menschen dazu. Und hinter, unter und in allen Werken ist schließlich eine Persönlichkeit zu erahnen, ein spezifischer, individueller Brennpunkt, der Welterfahrungen und Beobachtungen bündelt und diese auf eigene Weise wieder sichtbar und erlebbar macht. So unterschiedlich die Arbeiten auch waren, verband sie ein zentrales Thema: der Blick unter die Oberfläche. Im Untergeschoss des ATELIERFRANKFURT entstanden Begegnungen zwischen Material und Bedeutung, zwischen den Künstler:innen und dem Publikum. UNDERFROGS zeigte, dass junge Kunst abseits von Metropolen nicht nur inhalt-lich vielschichtig sein kann, sondern auch im Zusammenspiel von Kunststudierenden, Institutionen und erfahrenen Personen aus dem Kunst- und Kulturbereich einen Raum intensiver, konzentrierter Kunstbegegnung eröffnen kann und damit zu einem Schaufenster für das künstlerische Potenzial jenseits großer Metropolen wird.