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B1 - Dynamik von Repräsentationen im Spracherwerb

Im Spracherwerb lassen sich zwischen dem zweiten bis vierten Lebensjahr systematische segmentale und prosodische Abweichungen von Wortformen beobachten, die als phonologische Prozesse bezeichnet werden. Bei segmentalen Prozessen können Einzellaute wie /k/ zu [t] alveolarisiert, bei silbenrelatierten Prozessen Onset- oder Codacluster reduziert oder bei wortprosodischen Prozessen unbetonte Silben ausgelassen werden. Bei diesen Prozessen stellt sich die Frage, welche phonologische Repräsentation zugrunde liegt und ob vorläufige lexikalische Repräsentationen von Simplizia und flektierten Wörtern bei der Überwindung der Prozesse revidiert werden müssen? Kommt es zu einem systematischen Updating phonologischer Repräsentationen oder werden sie Lexem für Lexem revidiert? Darüber hinaus stellt sich die Frage, wie sich verschiedene Erwerbsbedingungen auf die Überwindung phonologischer Prozesse auswirken.

Dissertationsprojekte in B1 richten sich an Studierende mit Interessen in den Bereichen Psycholinguistik, Neurolinguistik, Spracherwerb und Phonologie. In den Projekten werden linguistische und psycholinguistische Fragen zum Phonologieerwerb mit Methoden der EEG und Blickbewegungsmessung untersucht.

Mögliche Themenfelder sind:

  • Mentale Repräsentation lexikalischer Formen bei segmentalphonologischen und/oder prosodischen Prozessen im Erstspracherwerb
  • Mentale Repräsentation lexikalischer Formen bei segmentalphonologischen und/oder prosodischen Prozessen im Zweitspracherwerb
  • Mentale Repräsentation phonologischer Formen bei segmentalphonologischen und/oder prosodischen Prozessen im bilektalen Spracherwerb