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B2 - Erwerb des mittelfränkischen Tonakzents

Das Projekt widmet sich dem Erwerb von Tonakzenten in westmitteldeutschen (mittelfränkischen) Dialekten. Mittelfränkische Dialekte weisen die Besonderheit auf, dass Töne dort – ähnlich wie in außereuropäischen Tonsprachen – systematisch zur lexikalischen und grammatischen Wortunterscheidung genutzt werden, z. B. in: /dau1f/ »Taube« vs. /dau2f/ »Taufe«. Das Projekt möchte untersuchen, wie Kinder aus diesen Dialekträumen im Erstspracherwerb die Tonakzente erwerben und entsprechende mentale Repräsentationen zur lexikalischen und grammatischen Unterscheidung von Dialektwörtern aufbauen.

Dissertationsprojekte richten sich an Promovierende mit Interessen in der Phonetik, Phonologie/Prosodie, Dialektologie und Spracherwerbsforschung. Die individuellen Projekte ermöglichen die Durchführung von empirischer Forschung in den Bereichen akustische und perzeptive Phonetik sowie Neuro- und Psychophonetik. Diese Forschung findet im Rahmen aktueller theoretischer Diskussionen statt (z. B. Autosegmental-metrische Phonologie, Optimalitätstheorie, Exemplartheorie).

Mögliche Themenfelder sind:

  • Akustisch-phonetische Arbeiten zu phonetischen Prototypen und Varianten der Tonakzente in verschiedenen Erwerbsphasen.
  • Prosodisch-phonologische Analysen zum Erwerb tonaler Repräsentationen.
  • Psycho- und/neurolinguistische Untersuchungen zur Verarbeitung der Tonakzente in frühen Erwerbsstadien.