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B3 - Veränderung von Repräsentationen durch Manipulation von Lernumgebungen

Projekt B3 geht der Frage nach, wie sich sprachliche Repräsentationen durch spezifische Interventionsmaßnahmen aus den Bereichen Sprachförderung, Sprachtherapie und Sprachdidaktik modifizieren lassen. Emergenzorientierte Interventionsansätze basieren auf der Annahme, dass Veränderungen des repräsentierten Sprachwissens durch gezielte Manipulationen der Lernumgebung bzw. des zu lernenden Sprachmaterials herbeigeführt werden können. Eine Möglichkeit dazu ist die Erhöhung der Intensität und Qualität des Sprachangebotes (z.B. Inputanreicherung in der Sprachtherapie, Inputfluten in der Zweitsprachdidaktik). Mit derartigen impliziten Methoden wird optimal strukturierter Input angeboten, so dass LernerInnen die relevanten Zielstrukturen besser wahrnehmen und verarbeiten können. Demgegenüber erfordern explizite, metasprachliche Lehr- und Lernmethoden eine bewusste Auseinandersetzung mit sprachlichen Regularitäten. In verhaltensbasierten Experimenten mit LernerInnen unterschiedlicher Altersstufen soll untersucht werden, ob und wie der Erwerb stabiler lexikalischer Repräsentationen durch eine systematische Variation von Parametern der Lernbedingungen (wie Inputintensität, Frequenz von Zielformen, Kontextfaktoren) in effektiver Weise unterstützt werden kann und inwiefern die Lernvoraussetzungen (z.B. Vorliegen von Sprachentwicklungsstörungen) und der Lerngegenstand selbst potenzielle Effekte modifizieren.

Mögliche Themenfelder sind:

  • Lernexperimente mit Kindern zur phonologischen Stimulation, Erprobung der optimalen Form von Inputmanipulationen (auch EEG-Experimente)
  • Wirkung von therapeutisch angereichertem Sprachangebot auf die Symptome von Aussprachestörungen, Veränderbarkeit pathologischer Wortformrepräsentationen durch Inputanreicherung
  • Differenzielle Effektivität von impliziten und expliziten Vermittlungsmethoden in Abhängigkeit von den Lernvoraussetzungen.