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C2 - Gewinner- und Verliererformen morpho-syntaktischen Sprachwandels

Auf morpho-syntaktischer Ebene führt Sprachwandel zu einer Veränderung der Ausdrucksformen für sprachliche Kategorien wie z. B. Modus, Tempus, Genus oder Numerus. Dabei kann es auch zu einem starken Rückbau oder gänzlichen Verlust morphologischer Ausprägungen bestimmter Kategorien kommen (z.B. Schwund von Präteritum, Genitiv oder Konjunktiv II). Der Verlust synthetischer Formen in der Morphologie steht oft in einem Zusammenhang mit dem Umbau hin zu analytischen Formen, dem eine Veränderung sprachlicher Repräsentationen vorausgeht.  Bei Promotionsprojekten in C2 liegt der Fokus auf der Dynamik solcher sprachlichen Repräsentationen, indem die Gewinner- und Verliererformen morpho-syntaktischen Sprachwandels untersucht werden.

Das Dissertationsprojekt richtet sich an Promovierende mit Interessen in der Typologie, Dialektologie und/oder historischen Linguistik. Das Projekt ermöglicht die Verbindung korpuslinguistischer, dialektologischer, sprachstatistischer und kontrastiver oder typologischer Methoden (Mixed Methods Approach) zur Erforschung von morpho-syntaktischen Sprachwandels.

Mögliche Themenfelder sind:

  • Dynamik des Modussystems in den Varietäten des Deutschen (z.B. Konjunktivformen)
  • Wandel zwischen Kasus und Präpositionsmarkierung von Aktanten
  • Verlust des synthetischen Kausativs in der Geschichte des Deutschen (Urgermanisch ‑jan) und Entwicklung von analytischen Alternativen (z. B. lassen + Infinitiv)