05.03.2026 Alderik Blom: Us Bretonske freonen
Im Juni 1948 veröffentlichte die damals gerade erst gegründete friesische literarische Zeitschrift De Tsjerne eine spezielle Sonderausgabe, die vollständig der keltischsprachigen bretonischen Minderheit in Frankreich gewidmet war. In den darauffolgenden mehr als zehn Jahren wurde die Bretagne mit ihrer Sprache und Literatur sogar zu einem regelmäßig wiederkehrenden Thema in De Tsjerne und anderen friesischen Zeitschriften. Außerdem brachte die führende bretonische Zeitschrift Al Liamm 1951 eine ähnliche Sonderausgabe heraus, die diesmal vollständig Friesland gewidmet war, mit Beiträgen der wichtigsten Figuren der friesischen Bewegung jener Zeit. Auch Al Liamm verfolgte die kulturellen Entwicklungen in den Frieslanden bis weit in die 1960er Jahre.
Wie kam dieser kulturell fruchtbare, aber nahezu vergessene Austausch zustande, und mit welchem Ziel? Wer waren die zentralen bretonischen und friesischen Figuren in diesem Versuch, unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg Sprachminderheiten in Europa näher zusammenzubringen? Der kulturelle und politische Kontext des nachkriegszeitlichen europäischen Föderalismus, die problematische Kriegsgeschichte der beiden Bewegungen und die persönlichen Netzwerke, die den Hintergrund dieses bretonisch-friesischen Austauschs bildeten, sind die zentralen Fragen, die in diesem Buch behandelt werden.
Neben den vielen Zeitschriften- und Zeitungsartikeln sowohl auf Bretonisch als auch auf Friesisch, aber auch auf Französisch und Niederländisch, wird die bislang unveröffentlichte Korrespondenz zwischen den wichtigsten Figuren dieses friesisch-bretonischen Austauschs im Mittelpunkt stehen, mit Ausflügen nach Irland, Wales, Nordfriesland und Italien.
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Prof. Dr. Alderik Blom