03.12.2020 Tanja Pommerening ist neue Professorin für Geschichte der Pharmazie und Medizin in Marburg

Tanja Pommerening ist neue Professorin für Geschichte der Pharmazie und Medizin in Marburg

Am 23.10.2020 wurde die Apothekerin, Ägyptologin und Wissenschaftshistorikerin Prof. Dr. Tanja Pommerening als Nachfolgerin von Prof. Dr. Christoph Friedrich auf die W3-Professur am Institut für Geschichte der Pharmazie in Marburg berufen. Frau Pommerening übernimmt allerdings eine Professur für Geschichte der Pharmazie und Medizin und zeichnet neben dem von Prof. Dr. Rudolf Schmitz gegründeten Institut für Geschichte der Pharmazie auch für die Geschichte der Medizin inklusive der Emil von Behring-Bibliothek und der Anatomischen Sammlung verantwortlich.

Tanja Pommerening begann im Wintersemester 1989/90 das Studium der Pharmazie an der Philipps-Universität Marburg, das sie 1995 mit dem Dritten Staatsexamen abschloss. Nach der Approbation 1995 war sie bis 2010 als Apothekerin in öffentlichen Apotheken tätig, zunächst in Vollzeit-, dann in Teilzeit- und schließlich in Nebentätigkeit. 1997 begann sie das Aufbaustudium „Geschichte der Pharmazie“ in Marburg und zugleich ein Magisterstudium mit den Fächern Ägyptologie, Geschichte der Pharmazie und Pharmazeutische Biologie. Ihr Zweitstudium beendete sie 2001 mit Auszeichnung. Ihre Magisterarbeit widmete sich „Untersuchungen zu den Hohlmaßen in Alltag, Kult und Medizin im Alten Ägypten“. Ab 1999 war Tanja Pommerening als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Institut für Geschichte der Pharmazie Marburg tätig und gewann hier auch Erfahrungen in der Lehre und Forschung auf diesem Gebiet. Von 2002 bis 2004 erhielt sie ein Promotionsstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes; 2004 wurde sie im Fach Ägyptologie mit „summa cum laude“ an der Universität Marburg promoviert. Ihre Dissertation „Die altägyptischen Hohlmaße“ wurde 2005 publiziert und mit dem Dalberg-Preis für transdisziplinäre Forschung ausgezeichnet. Bis 2006 blieb sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichte der Pharmazie. Danach wechselte sie als Gastwissenschaftlerin mit einem Forschungsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft an die Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ihrem Projekt „Die medizinischen Rezepte Altägyptens in ihrem transdisziplinären Kontext philologisch, kulturhistorisch und pharmakologisch betrachtet“ widmete sie sich von 2007 bis 2010. 2008 war sie zugunsten einer wissenschaftlichen Mitarbeit in einem DFG-SFB-Projekt am Institut für Ägyptologie und Altorientalistik in Mainz beurlaubt. 2010 wurde sie auf eine W2-Professur für Ägyptologie in Mainz berufen und noch im September des gleichen Jahres zur Universitätsprofessorin ernannt. Im Rahmen ihrer Tätigkeit in Mainz war sie sehr erfolgreich beim Einwerben von Drittmitteln, so u. a. seit 2013 als Initiatorin und Sprecherin des Graduiertenkollegs „Frühe Konzepte von Mensch und Natur“ und als Sprecherin eines interdisziplinären Arbeitskreises „Alte Medizin“. 2017 wurde sie Direktorin des Gutenberg-Nachwuchskollegs und Mitglied des Senats der Mainzer Universität. Ihre wissenschaftlichen Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, so u. a. 2001 mit dem Basler ägyptologischen Nachwuchspreis, 2005 mit dem Jerry Stannard Memorial Award der University of Kansas und dem bereits oben genannten Dalberg-Preis. 2014 erhielt sie einen Preis der Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur in Anerkennung ihrer auf der Kombination moderner naturwissenschaftlicher und kulturwissenschaftlicher Analysen beruhenden Leistungen auf den Gebieten der Ägyptologie, der Biopharmazie und der Toxikologie. 2016 wurde sie in die Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt aufgenommen sowie ein Jahr später als Korrespondierendes Mitglied des Deutschen Archäologischen Institutes Berlin ernannt.

Am 23. Oktober 2020 erfolgte ihre Ernennung zur Universitätsprofessorin (W3) für Geschichte der Pharmazie und Medizin an der Philipps-Universität Marburg. Am Institut für Geschichte der Pharmazie wird Frau Pommerening das von Schmitz begründete Promotionsstudium in geeigneter Weise fortsetzen, sodass in Marburg nach wie vor pharmazie- und wissenschaftshistorische, aber auch medizinhistorische Dissertationen angefertigt werden können.

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