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Vertiefende Analyse von dokumentierten Beratungsfällen

Beratungsangebote, wie sie vom Demokratiezentrum koordiniert und begleitet werden, bieten
Akteuren und Betroffenen Unterstützung vor Ort im Umgang mit Bedrohungen von Rechts.
Angesichts wiederkehrender autoritärer Mobilisierungen wächst der Bedarf für demokratiestärkende
fachkundige Expertise. Wie Beraterinnen und Berater und ihre Träger auf demokratiefeindliche Dynamiken
einerseits und gesellschaftlichen Verwerfungen anderseits etwa im Zuge der Corona-Pandemie
reagieren, ist bislang wenig erforscht. Gleichzeitig treiben sie einen rasanten
Professionalisierungsprozess voran und gestalten das Feld der Demokratieförderung mit, wozu
ebenfalls Untersuchungen weitgehend fehlen.

Die Teams der Mobilen-, Opfer- und Distanzierungsberatung in Hessen (und auch deutschlandweit)
dokumentieren nach einem standardisierten Verfahren ihre Beratungstätigkeiten im Kontext
Rechtsextremismus in einer vom Deutschen Jugendinstitut entwickelten Datenbank. Mithilfe dieser
Daten veröffentlicht das Demokratiezentrum jährlich eine Übersichtsauswertung. Zudem stellen die Daten eine wichtige Grundlage für das Team des Demokratiezentrums für weitere Forschungsaktivitäten dar. Mithilfe des neuen Forschungsbereichs kann nun die Forschung, die auf den ausgewerteten Beratungsfällen beruht, intensiviert werden. Auf Ebene der Grundlagenforschung sind dies empirische Vertiefungsstudien zu konkreten Handlungsfeldern mobiler Beratung, beratungsbezogene Prozessanalysen und methodologisch-methodische Klärungen (Dokumentation, Auswertungstiefe, etc.). In Kooperation mit den Beratungsteams können anwendungsorientierte Forschungen mit Blick auf die Handlungsbedarfe der Beraterinnen und Berater mit dem Ziel durchgeführt werden, die verschiedenen Beratungsangebote weiterzuentwickeln.