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Projektfortschritt

Aufbauend auf einem Pilotprojekt und zahlreichen lokalen Initiativen startete HeFDI 2016 als gemeinsame Initiative der Hessischen Hochschulen. Seitdem konnte die Landesinitiative zahlreiche Erfolge verzeichnen und ein breites, forschungsnahes Angebot aufbauen. 

  • Zehn der Verbundhochschulen haben zwischen 2014 und 2018 Policies zum Umgang mit Forschungsdaten verabschiedet, in denen der Stellenwert der Forschungsdaten als Teil des Wissenschaftsbetriebs hervorgehoben wird. Mit den Policies geben die HeFDI-Hochschulen ihren Angehörigen eine klare Orientierung und drücken ihr Engagement in der Umsetzung eines verantwortungsvollen und nachhaltigen Forschungsdatenmanagements aus.
  • Alle Hochschulen haben lokale Servicestellen für Forschungsdaten eingerichtet, in denen Forschungsdatenreferentinnen und -referenten, Bibliotheken, Forschungseinrichtungen und Rechenzentren gemeinsam Beratung, Expertise, Schulung und Unterstützung anbieten. HeFDI setzt nicht nur auf Kooperation der Projektpartner untereinander, sondern auch auf die Verankerung des Forschungsdatenmanagements an den einzelnen Hochschulen sowie auf die Verknüpfung mit bestehenden Infrastruktureinrichtungen.
  • Alle beteiligten Hochschulen bieten bedarfsgerecht Schulungen für Studierende, Promovierende sowie für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu relevanten Themen des Forschungsdatenmanagements an. Neben zahlreichen allgemeinen Schulungen werden in enger Abstimmung mit den Forschenden auch fachspezifische Schulungen organisiert. Im Bereich Schulungen und Data Literacy konnten die HeFDI-Hochschulen zudem einige besondere Erfolge verzeichnen, indem sie das gemeinschaftliche Projekt FOKUS eingeworben und durchgeführt haben. Zudem wurden zwei von fünf Gewinnerpreisen im bundesweiten Wettbewerb “Wissenschaft im digitalen Wandel” an HeFDI-Hochschulen vergeben (TRUST und FDM im Maschinenbau).
  • Eine der wichtigsten Leistungen in HeFDI ist das umfassende Beratungsangebot für Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Dies gilt sowohl für die Beratung zum Forschungsdatenmanagement bei Drittmittelanträgen als auch bei laufenden Forschungsprojekten im aktiven Datenmanagement. Die Nachfrage ist sehr hoch: im Jahr 2019 wurden an den Verbundhochschulen mehr als 300 Beratungen durchgeführt.
  • Seit 2019 werden an drei der beteiligten Hochschulen institutionelle Forschungsdatenrepositorien angeboten. Im Betrieb der Repositorien setzen die HeFDI-Mitwirkenden auf Arbeitsteilung: Die Philipps-Universität Marburg (UMR) und die Technische Universität Darmstadt (TUDa) hosten Repositorien auf DSpace-Basis und gewährleisten den technischen Betrieb sowie den 3rd-Level-Support. Die Justus-Liebig-Universität baut ebenfalls eine institutionelle Repositorienlösung auf. Interessierte Hochschulen und Gedächtnisinstitutionen können im Partnerbetrieb Repositorien bei der UMR und der TUDa betreiben lassen. So entstehen erhebliche Synergien und Kostenersparnisse. Zudem verfügen durch diese gemeinsame Repositorienlösung alle HeFDI-Hochschulen über die Option, zeitnah und leicht zugänglich eine Lösung zur Aufbewahrung und ggf. Publikation von Forschungsdaten an der eigenen Institution realisieren zu können. Sie können somit unkompliziert den neuen Leitlinien der DFG entsprechen.
  • HeFDI sieht sich als Baustein einer nationalen Forschungsdateninfrastruktur (NFDI). Von Beginn an hat HeFDI die Debatte um die NFDI mitgeprägt. Zudem haben sich die Akteure  von HeFDI aktiv am Aufbau unterschiedlicher NFDI-Konsortien beteiligt und wirken weiter daran mit, dass sowohl die Forschenden an HeFDI-Hochschulen als auch einschlägige Infrastrukturanbieter sich in fachlich passenden Konsortien einbringen, sei es als Mitantragstellende, als Beteiligte oder als Unterstützende aus der Community. 
  • Die lokalen Servicestellen für Forschungsdaten geben im Rahmen der Beratung grundlegende Informationen zu Rechtsfragen an Forschungsdaten weiter. Zudem kooperieren sie eng mit den lokalen Rechtsabteilungen und Datenschutzbeauftragten, um den Forschenden an den HeFDI-Hochschulen möglichst unkompliziert eine zeitnahe Unterstützung zu Rechtsfragen vermitteln zu können. Aus dieser Kooperation ist beispielsweise ein Muster für ein Datenschutzkonzept für Forschungsprojekte entstanden, das den Forschenden den Umgang mit ihren Forschungsdaten erheblich erleichtert. Auch in diesem Arbeitsfeld zeigt sich, wie viel Synergie und Effizienz sich erzielen lässt, wenn vorab auf eine gute Kooperation der Mitwirkenden und auf eine Bündelung der Expertise gesetzt wird.
  • Datenmanagementpläne sind für den Umgang mit Forschungsdaten unerlässlich. Um die Angehörigen der HeFDI-Hochschulen darin zu unterstützen, haben die HeFDI-Hochschulen eine effiziente und kooperative Lösung für das unterstützende Instrument Research Data Management Organiser (RDMO) gefunden: Die Technische Universität Darmstadt hostet RDMO für Mandanten und bietet diesen Service für bereits fünf HeFDI-Hochschulen an; drei weitere Kooperationsvereinbarungen mit HeFDI-Hochschulen sind in Vorbereitung. Die TU Darmstadt bietet diesen Service auch für die RWTH Aachen und im Rahmen der NFDI an. Zwei weitere HeFDI-Universitäten pflegen eigene Instanzen. Alle Beteiligten stehen in einem engen Austausch und unterstützen sich gegenseitig.
  • Im aktiven Datenmanagement haben die HeFDI-Mitglieder vorhandene Dienste gesichtet und im Abgleich mit den Bedarfsnachfragen von den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Lücken identifiziert, zu denen in den kommenden Jahren gemeinsam Dienste aufzubauen sind. Zudem konnten mehrere Sonderforschungsbereiche darin unterstützt werden, eigene Informationsinfrastrukturprojekte zum aktiven Datenmanagement einzuwerben.
    Die HeFDI-Hochschulen haben in 2018 gemeinsam ein Gesamtkonzept für die aktuelle Verstetigungsphase entwickelt, das vom Ausschuss Wissenschaftliche Bibliotheken und Infrastrukturen der DFG positiv gewürdigt wurde. Es ist damit neben dem Hochleistungsrechnen das zweite positiv evaluierte Verbundprojekt.